Thermo-Denervation: Ergebnisse der Patientenbefragung

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Patienten und Patientinnen können am besten beurteilen, ob ihnen eine Therapie, ein Eingriff, geholfen hat. Ob sie wieder schmerzfrei sind oder zumindest schmerzarm. Ob sie wieder aufrecht und unbeschwert durchs Leben gehen können, oder ob die Therapie an den Rückenbeschwerden nichts geändert hat.

Die Avicenna Klinik wollte es genau wissen und hat eine Patientenbefragung vorgenommen. Es ging um die Beurteilung der Laser-Facetten-Denervation. Bei der in der Avicenna Klinik angewandten Laser-Facetten-Denervation (LFD) mit Neodym-YAG-Laser zur Schmerzunterbrechung handelt es sich um eine minimal-invasive Therapieoption zur Behandlung von therapieresistenten Rückenschmerzen (HWS, BWS und LWS), die von Dr. Munther Sabarini bereits seit mehr als 20 Jahren angewendet wird. Die LFD kommt auch bei Steißbeinschmerzen, ISG-Schmerzen und Hinterkopfschmerzen zum Einsatz. Eine Denervierung bedeutet: Bei einer lokalen Hitze von etwa 75 Grad werden Nervenfasern verödet bzw. ausgeschaltet. Dadurch sind die Nervenfasern nicht mehr in der Lage, den Schmerz weiterzuleiten.

88 Männer und Frauen haben an der Befragung teilgenommen. Sie hatten sich in den Jahren zwischen 2012 und 2020 einer (LFD) mit Neodym-YAG-Laser unterzogen.

Ergebnisse der Befragung im Detail

52 (59 %) der 88 Patienten und Patientinnen klagten hauptsächlich über Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich (LWS). Im Halswirbelsäulenbereich (HWS) waren 15 Menschen (17 %) betroffen, sieben Patienten (8%) hatten Steißbeinschmerzen, ISG-Schmerzen lagen bei 7 Patienten (8%) vor, im Brustwirbelsäulenbereich (BWS) kam es bei 7 Patienten (8 %) zu Schmerzen.

Vor dem Eingriff wird jeweils die Schmerzstärke ermittelt. Mit so einer Schmerzskala registriert man die subjektive Schmerzstärke des Patienten, der sogenannten visuellen Analogskala (VAS). Die Skala reicht von der Startmarkierung „0 = kein Schmerz“ bis zur Markierung „10 = stärkster vorstellbarer Schmerz“.

Bei den Patienten und Patientinnen, die in der Avicenna Klinik therapiert wurden, sah die Schmerzstärke (VAS 0 - 10) vor dem Eingriff so aus: 0 – 3 bei keinem Patienten, 4 – 6 bei 5 Patienten (5,7%), 7 – 9 bei 70 Patienten (79.5%). Die Schmerzstärke von 10 lag bei 11 Patienten vor (12.5%). An die Schmerzstärke vor dem Eingriff konnten sich 2 Patienten nicht erinnern (2.3%).

Nach der Denervation

Nach der Denervation sah die Schmerzsituation erfreulicherweise ganz anders aus:

  • Bei einer durchschnittlichen Wirkung für 4,6 Jahre kam es bei 23 Patienten (26 %) zu einer Beseitigung der Schmerzen. 35 Patienten (39,8 %) berichteten von deutlicher Besserung - insgesamt also 65,8 Prozent. Zehn Patienten (11,4 %) schilderten eine minimale Besserung. Bei 19 Männern und Frauen (21,6 %) brachte die Denervation keine Linderung, ein Patient berichtete von einer Verstärkung der Schmerzen.
  • Komplikationen (beispielsweise Blutung, Entzündung oder neurologische Ausfälle) wurden bei keinem Patienten beobachtet (0.0%).
  • Nach dem Eingriff haben 36 Patienten keine Schmerzmittel mehr eingenommen (41%), 28 Patienten haben weniger Schmerzmittel einnehmen müssen (31.8%), also insgesamt 72,8%. Genau so viel Schmerzmittel wie vor dem Eingriff haben 18 Patienten weiter eingenommen (20.4%). 6 Patienten haben diese Frage nicht beantwortet (6.8%).
  • Insgesamt würden 66 Patienten diese Therapie weiterempfehlen (75%). 18 Patienten würden die Denervation nicht weiterempfehlen (20.5%), und 4.5% (also 4 Patienten) konnten sich nicht entscheiden.

Die Schmerztherapie bei Rückenbeschwerden - sie hat eine interessante Geschichte. Denn immer wieder sind es Menschen, die mit aller Akribie und wissenschaftlicher Neugier daran arbeiten, Menschen die Leiden, die teilweise unerträglichen Schmerzen, zu nehmen. Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts zeigten medizinische Studien die wichtige Rolle der Wirbelgelenke bei der Entstehung von Rückenschmerzen.

So waren Goldthwait (1911), Ghormley (1927), Badgley (1941) der Auffassung, dass 80 % der Rückenschmerzen auf Veränderungen in den Wirbelgelenken beruhen. Der Begriff „Facettensyndrom“, also Rückenschmerzen durch Veränderungen der Wirbelgelenke, wurde 1933 von Ghormley eingeführt. Vermutlich handelt es sich bei dem Facettensyndrom um eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen, neben Bandscheibenschäden. Die sogenannten Facettengelenke gehören zu den Verbindungen zwischen den Wirbeln. Ändert sich der Abstand zwischen den Wirbeln, beispielsweise durch Verschleiß, kann das Facettengelenk nicht mehr reibungslos funktionieren.

Diese Erkenntnisse vor rund 100 Jahren motivierten Mediziner zur Behandlung von Rückenschmerzen, und so entstand die Idee, die Denervation der Facetten (Ausschaltung der gereizten Nervenendungen an den Wirbelgelenken) anzuwenden. Die Erfolge motivierten zu weiteren Forschungen.

Dafür wurden verschiedene Methoden eingesetzt, wie zum Beispiel hochkonzentrierte Kochsalzlösung (Feinstein 1954) Kälte (Kryo-Denervation, Lloyd 1976), Thermokoagulation oder Radiofrequenz (Shealy 1975, Ray 1982). Einer der Pioniere zur Anwendung der Laserenergie in der Wirbelsäulentherapie in den 90er Jahren in Deutschland ist Prof. J. Hellinger.

Fazit

Die Thermodenervation ist bei einer sinnvollen Indikationsstellung eine wirksame risikoarme minimal-invasive Therapieoption zur Behandlung von therapieresistenten Schmerzen. In welchen Situationen die LFD angewandt werden sollte, muss individuell mit dem Facharzt besprochen werden.


Schmerzen nach der Denervierung
Weiterempfehlung der Denervierung

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