Handchirurgie

Zeigen konservative Therapien bei Erkrankungen oder Verletzungen der Hand keine ausreichende Wirkung, stehen je nach Krankheitsbild verschiedene operative Methoden zur Verfügung, die sich meist ambulant durchführen lassen.

Die genannten Operationen erfolgen unter sogenannter Blutleere. Das bedeutet, dass die Blutzufuhr zu dem Operationsgebiet durch eine Manschette abgesperrt wird, um die feinen Nerven und Blutgefäße ausreichend sichtbar zu machen.

Behandlungsdetails

Behandlungsdauer: Karpaltunnelsyndrom: circa 20 Minuten
Dupuytren-Kontraktur: etwa 1 – 1,5 Stunden
Ganglion: circa 0,5 Stunden
Schnellender Finger: circa 15 Minuten
Klinikaufenthalt: In der Regel lassen sich die Operationen ambulant durchführen. Bei besonderen, individuellen Risiken kann ein Klinikaufenthalt von 1 bis 2 Tagen sinnvoll sein.

Behandlungsverlauf

Wenn beispielsweise bei einem Karpaltunnelsyndrom die konservativen Maßnahmen mit Injektionen und / oder nächtlichen Lagerungsschienen nicht mehr ausreichen und sich in den Nervenströmen Veränderungen in der Nervenstruktur zeigen, muss der Nerv durch eine Operation befreit werden. Nur so lässt sich dauerhafte Schädigung vermeiden.

Durch die Erweiterung des Nervenkanals (Karpaltunnelspaltung) und die Freilegung des Nervs (Neurolyse) lassen sich Schmerzen und Empfindungsstörungen beseitigen. Dabei durchtrennen wir das Band, welches den Karpaltunnel bildet. In vielen Fällen lässt sich dieser Eingriff minimal invasiv über einen kleinen Hautschnitt im Bereich der Handwurzel durchführen.

Schmerzen und Empfindungsstörungen verschwinden in vielen Fällen direkt nach dem Eingriff. Bei schon länger bestehenden Nervenstörungen kann es allerdings ein wenig dauern, bis sich wieder ein normales Gefühl einstellt. Auch beim sogenannten schnellenden Finger durchtrennen wir unter örtlicher Betäubung das Band, welches das freie Gleiten der Sehne behindert.

Da die Verkrümmungen bei einer Dupuytren-Kontraktur nicht schmerzhaft sind, warten sehr viele Patienten lange ab, bis sie den handchirurgisch tätigen Arzt aufsuchen. Nicht selten bestehen dann schon Versteifungen der Fingergelenke. Vor der Operation muss deshalb immer geprüft werden, ob die Gelenke bereits eingesteift sind, da dies die Chance einer völligen Wiederherstellung der Beweglichkeit vermindert.

Bei der Operation entfernen wir sorgfältig alle störenden Bindegewebsstränge, die oft auch die Nerven und Blutgefäße der Finger "ummauern". Nach der Wundheilung - in der Regel nach etwa 10 Tagen - kann die Handfunktion durch eigene Übungen, unterstützt durch Ergotherapie, wieder hergestellt werden.

Ganglien an Handgelenk und Fingern behandeln wir in der Regel operativ und unter örtlicher Betäubung. Dabei legen wir die dünne Kapsel des Ganglions bis an die "Wurzel" frei und entfernen es dort. Zur Vermeidung eines Wiederauftretens, eines sogenannten Rezidivs, ist in der Regel eine vorübergehende Ruhigstellung der operierten Region mit einer Schiene erforderlich.

Operation an der Hand