Spinalkanalstenose


Alarmsignal Bein- und Rückenschmerz

Schmerzen beim Laufen - jedoch geringer beim Sitzen, obwohl diese Haltung doch so ungesund ist? Dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Spinalkanalstenose. Rund 80 Prozent aller Menschen in Deutschland leiden gelegentlich unter Rückenschmerzen, 40 Prozent unter dauerhaftem Schmerz. Bei etwa 20 Prozent aller Menschen ab 60 Jahren gibt es radiologische Anzeichen einer spinalen Stenose. Jedoch haben nur fünf Prozent ernsthafte Beschwerden damit. Rund 56.000 Patienten mit einer Wirbelkanal-Einengung müssen jährlich stationär behandelt werden.

Die Spinalkanalstenose

Die Wirbelsäule besteht aus einzelnen Wirbelkörpern, die bauchwärts durch Bandscheiben und rückenwärts durch Gelenke verbunden sind. Ein Bandapparat fixiert die Wirbelsäule zusätzlich vorn und hinten. Wirbelkörper, Bandscheiben und Bänder bilden einen Kanal – den Spinalkanal. Dieser dient dem Schutz des Rückenmarkes und der austretenden Nervenwurzeln. Die Spinalkanalgröße variiert je nach Alter und Geschlecht. Zur Orientierung wird eine Größe in der Halswirbelsäule von durchschnittlich 25 mm und in der Lendenwirbelsäule von 30 mm angegeben.

Bei der Spinalkanalstenose - auch als Schaufensterkrankheit bekannt - verengt sich der Wirbelkanal durch Ablagerung von Kalk oder knöcherne Anbauten und / oder Verdickung der Bänder. Folglich werden die Nerven im Spinalkanal eingeklemmt. Oft findet sich eine Enge im Nervenaustrittsloch (Neuroforamina- Stenose) in Kombination mit der Spinalkanalstenose.

Der Begriff „Schaufensterkrankheit“ ist dadurch entstanden, dass Betroffene auf Grund von Durchblutungsstörungen und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel nach kurzer körperlicher Aktivität Schmerzen haben. Wegen dieser Schmerzen müssen die Betroffenen ihre jeweilige Aktivität kurzfristig einstellen. Damit aber die Beschwerden z. B. beim Einkaufen anderen Menschen nicht auffallen, bleiben die Patienten oft vor Schaufenstern stehen, bis die Schmerzen nachlassen.

Die Spinalkanalstenose entsteht gewöhnlich durch langjährigen Verschleiß mit Ablagerung von Kalkstrukturen und Verdickung der Bänder oft kombiniert mit Bandscheibenvorwölbungen. Am häufigsten sind Menschen über 60 Jahre betroffen.

Mit zunehmendem Alter weist das Bandscheibengewebe immer weniger Wassergehalt auf. Die Bandscheiben werden dadurch flacher, reißen schneller ein, werden instabiler. Diese verschleißbedingten Veränderungen führen zur Bildung von Knochenspornen. Auf diese Weise entsteht eine langsam voranschreitende Einengung des Wirbelkanals.

Zu unterscheiden sind die angeborene und die erworbene Spinalkanalstenose. Erste ist eine seltene Form der Spinalkanaleinengung. Sie verursacht bereits zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr Beschwerden. Die weit verbreitete erworbene Spinalkanalstenose ist typisch für Menschen zwischen dem 50. und 90. Lebensjahr. Sie tritt als lumbale Stenose am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auf. Die Halswirbelsäule (HWS) ist am zweithäufigsten betroffen und die Brustwirbelsäule (BWS) nur selten.

MRT der Lendenwirbelsäule (Spinalkanalstenose)
MRT der Lendenwirbelsäule zeigt eine Enge im Spinalkanal (Spinalkanalstenose).

Symptome der Spinalkanalstenose

Bei einer Spinalkanalstenose stehen normalerweise die Beinschmerzen (mit Schweregefühl und Krämpfen) im Vordergrund. Einige Betroffene haben zusätzlich Rückenschmerzen. Sehr häufig treten die Symptome vor allem beim Gehen und/ oder Stehen auf. Durch Vorbeugen oder Hinsetzen verringern sich die Beschwerden oder verschwinden ganz, da sich der Wirbelkanal durch diese Haltung erweitert und kurzzeitig den Druck von den Nerven im Rückenmark nimmt.

Die Stenose ist sowohl in der Lendenwirbelsäule (LWS) als auch in der Halswirbelsäule (HWS) zu finden, häufiger in der LWS (= lumbal). Patienten, die eine lumbale Spinalkanalstenose aufweisen, stellen in der Regel Schmerzausstrahlung ins Bein, Rückenschmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schwäche und Schweregefühl im Bein als Symptome fest. Außerdem kann es zu Schwäche, Bewegungseinschränkungen, Schlafstörungen, Blasenentleerungsstörungen und Erektionsstörungen kommen. Die Wirbelkanalverengung schränkt den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen immer mehr ein.

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Diagnose der Spinalkanalstenose

Vor einer Behandlung sind eine genaue Anamnese (eingehendes Patientengespräch), eine körperliche und neurologische Untersuchung und radiologische Zusatzuntersuchungen durch Fachärzte notwendig. Zur Diagnostik wird als bildgebendes Verfahren das MRT herangezogen. Dieses zeigt sehr deutlich die entsprechenden Bänder, die wichtigen Gelenke und die entsprechend verengten Stellen. Häufig ist auch eine leichte, aber breite Vorwölbung der Bandscheiben in der Lendenwirbelsäule, zwischen den Wirbeln L4/L5 und L3/L4 zu sehen. Eine Funktionsaufnahme der Lendenwirbelsäule ist in einer gebeugten und einer gestreckten Stellung nötig, um gleichzeitig eine Instabilität der Wirbelsäule, das sogenannte Wirbelgleiten, zu diagnostizieren oder auszuschließen. Bei einem Durchmesser des Spinalkanals von unter 15 Millimetern sprechen die Mediziner von einer relativen Spinalkanalstenose und unter 10 Millimetern von einer schweren (absoluten) Stenose.

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Therapie der Spinalkanalstenose

Wenn die Erkrankung noch nicht so weit fortgeschritten ist, kommen zunächst auch konservative, das heißt nicht operative Therapien infrage.

Nach sorgfältiger Diagnostik entscheiden wir, welche Therapie / welche Behandlung im Einzelfall zur Anwendung kommen, und erstellen einen individuellen Behandlungsplan, der die Maßnahmen aufeinander abstimmt. Dazu gehören Injektionen, Physiotherapien und Schmerztherapien. Jedoch empfiehlt es sich in einigen Fällen, auf konservative Therapien zu verzichten, wenn sie aufgrund individueller Umstände nicht durchführbar sind oder es zu einer Verschlimmerung der Stenose kommt.

Bei Patienten mit klarer Symptomatik ist eine abwartende Haltung nicht sinnvoll, da sie durch die Einschränkungen zunehmend geschwächt werden und immer weniger Kondition haben. Die Operation ist ein Routineverfahren mit niedriger Komplikationsrate. Sie sollte vom Facharzt und vom Patienten als Therapie der Wahl angesehen werden.


Operation der Spinalkanalstenose

Wenn konservative Spinalkanalstenose-Therapien, wie zum Beispiel Injektionen von Schmerzmitteln direkt an die betroffenen Nerven oder Physiotherapie, keine ausreichende Wirkung zeigen oder wenn Missempfindungen, Kraftminderung und Blasenentleerungsstörungen vorliegen, dann eignet sich gewöhnlich die Mikrochirurgie. Durch diese erfolgt eine ursächliche Therapie der Spinalkanalstenose, indem die eingeklemmten Nerven durch Abtragung der Verkalkungen und der verdickten Strukturen entlastet werden. So erweitern wir den Spinalkanal und der Neuroforamina (Die Neuroforamina sind Öffnungen, durch die die Rückenmarksnerven ziehen).

Im Gegensatz zu herkömmlichen Operationsverfahren genügt in der Mikrochirurgie ein kleiner Schnitt von etwa 3 Zentimetern Länge. Dadurch verringert sich die Gefahr für anschließende Narbenbildung deutlich.

Bei der Spinalkanalstenose führt der Arzt unter Vollnarkose eine Sonde direkt an den betroffenen Wirbelkörper. Dort werden das überstehende Gewebe und Kalkablagerungen entfernt und die eingeengte Stelle leicht erweitert - die Nervenwurzel wird entlastet. Mithilfe eines Mikroskops und / oder eines Endoskops erhält der behandelnde Arzt den nötigen Überblick.

Die Spinalkanalstenose-Operation dauert im Schnitt 30 bis 50 Minuten. Der Patient bleibt zur Heilung rund acht Tage in der Klinik. Schon nach 4 Wochen ist es möglich, wieder kurze Strecken mit dem Auto zu fahren. Auch im Sport können sich die Patienten wieder betätigen: bereits direkt nach der Entlassung ist Rückenschwimmen möglich, nach 4 Wochen Fahrradfahren, nach 6 Wochen Fitness und schon nach 4 Monaten Golf & Tennis.

Mikrochirurgische Operation bei Spinalkanalstenose

Unsere Empfehlung bei einer Spinalkanalstenose

Meist beginnt alles mit Beinschmerzen, so dass der Betroffene von selbst einen Arzt aufsucht. Lassen Sie sich unbedingt eine Überweisung zum MRT geben. Wenn Sie Bilder und Befunde haben, suchen Sie einen Facharzt auf. Dies sollte immer ein Wirbelsäulen-Spezialist, ein Neurochirurg oder Orthopäde sein. Auch dann, wenn es nicht um eine Spinalkanalstenosen-Operation geht. Es gibt sehr viele verschieden Arten der Behandlungen. In der Avicenna Privatklinik Berlin erstellt der Arzt für jedes Krankheitsbild und jeden Patienten eine individuelle Therapie. Nur so kann gewährleistet werden, dass Sie nach der Behandlung einer Spinalkanalstenose wieder schnell gesund werden und schmerzfreie Bewegungsabläufe haben.

Nach einer Behandlung oder Operation an der Wirbelsäule müssen Sie sich als Patient langfristig ein rückengerechtes Verhalten in Alltag und Freizeit zulegen und ihre Muskulatur stärken. Damit der Erfolg von Dauer ist!

Avicenna Klinik Berlin hilft Ihnen gern weiter

Seit dem Jahr 2000 hat die Avicenna Klinik ihren Sitz in Berlin. Unsere Ärzte haben auf ihrem jeweiligen Gebiet (Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Orthopädie) jeder mindestens 25 Jahre internationale Erfahrung.

Falls Sie sich mit starken Rückenschmerzen und /oder Schmerzen in der Halswirbelsäule, einer Spinalkanalstenose oder dem Verdacht auf eine solche in unserer Klinik vorstellen möchten, nutzen Sie folgenden Kontakt:

Avicenna Klinik
Paulsborner Str. 2
10709 Berlin

Telefon: +49 30 236 08 30
Fax: +49 30 236 08 33 11
E-Mail: info@avicenna-klinik.de

Sie können jederzeit anrufen, eine E-Mail schreiben oder ein Rückrufformular ausfüllen. Jeder Patient bekommt dann einen Termin bei einem Arzt unserer Klinik, der in jedem Fall ein Wirbelsäulenspezialist (Orthopädie/Chirurgie) ist. Anhand von MRT-Bildern (mitgebrachte oder bei uns im Haus erstellte) und einer eingehenden Untersuchung, wird der Arzt mit Ihnen alle verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie oder Operation durchsprechen. Sie können unsere Fachärzte auch nur zum Einholen einer (Zweit-)Meinung in Anspruch nehmen.

Wenn Sie sich entscheiden sollten, Ihre Therapie und/oder Operation bei uns in Berlin durchführen zu lassen, wollen wir Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Dabei erwartet Sie eine hochmoderne Ausstattung in allen Bereichen – vom Operationssaal bis zum Patientenzimmer.

Neueste, schonende, minimalinvasive Behandlungsverfahren sind der Schwerpunkt unserer Klinik. Selbst wenn andere Ärzte Ihnen keine Besserung mehr in Aussicht stellen können, nehmen wir uns Ihres Problems an. Gemeinsam versuchen wir, eine geeignete Behandlung Ihrer Beschwerden zu finden. Erst nach ausführlichem Patientengespräch, Untersuchung und Diagnostik erfolgt die eigentliche Therapie. Jeder Patient erhält dadurch eine individuell abgestimmte Behandlung.

Ebenso wichtig wie eine optimale medizinische Betreuung, ist für uns die individuelle menschliche Fürsorge. Während Ihres stationären Aufenthalts steht Ihnen daher unser Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem kommunizieren unsere Mitarbeiter in mehreren Sprachen wie Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Russisch, Türkisch, Polnisch und Französisch. Wir kümmern uns um Ihre Sicherheit, respektieren Ihre Wünsche, Traditionen und Ihre Religion.

Unser Team setzt sich aus einem Pool hochqualifizierter Spezialisten zusammen. Sie arbeiten gemeinsam daran, dass Sie schnell wieder gesund werden.