Steißbeinschmerzen (Coccygodynie)


Volksleiden Rückenschmerz

Fast jeder kennt sie in der einen oder anderen Form: Rückenschmerzen! Rund 40 Millionen Deutsche konsultierten im vergangenen Jahr mit Rückenschmerzen einen Arzt. Halten Rückenschmerzen länger als drei bis sechs Monate an, reden Ärzte von chronischen Rückenschmerzen. Diese Art der Schmerzen ist mit 14 Prozent bei Männern und 11 Prozent bei Frauen die häufigste Ursache für Krankheitsausfälle im Job.

Oft werden Rückenschmerzen ausschließlich mit der Wirbelsäule in Verbindung gebracht. Doch dies ist nicht ganz korrekt. Auch unser Steißbein kann uns extreme Querelen und Schmerzen bereiten.

Darstellung einer Wirbelsäule

Das Steißbein

Das Steißbein bildet das untere Ende unserer Wirbelsäule. Die 2 bis 5 Knochensegmente, die das Steißbein bilden, sind meistens fest miteinander verbunden und bilden einen dreieckigen Knochen. Entwicklungsgeschichtlich handelt es sich beim Steiß um den rückgebildeten körpernahen Teil des Schwanzskeletts.

Beim Gehen oder Stehen bewegt sich das Steißbein nicht. Beim Sitzen konnte durch Röntgenaufnahmen festgestellt werden, dass das Steißbein eine Beweglichkeit bis zu 20 Grad nach vorne und hinten haben kann.


Die Coccygodynie (chronische Steißbeinschmerzen)

Eine sogenannte Coccygodynie ist die Bezeichnung für chronische Schmerzen in der Umgebung des Steißbeins (Os coccygis). Die Erkrankung betrifft mehr Frauen (80 Prozent) als Männer und äußert sich als Schmerz vor allem im Sitzen. Verletzungen des Steißbeins sind oft schmerzhaft und langwierig.


Ursachen von Steißbeinschmerzen

Die Steißbeinschmerzen treten häufig nach Stürzen (auf das Gesäß), Verletzungen (zum Teil Frakturen), Prellungen, nach Veränderungen an den Bandscheiben sowie nach schweren Entbindungen auf. Auch Irritationen im Bereich der Muskelansätze bzw. Sehnen am Knochen (Tendopathien),Tumore oder angeborene Steißbeinanomalien sind manchmal zu finden. Eher selten liegen eine Reizung des Knochens selbst oder eine chronische Stuhlverstopfung (Obstipation) vor. Oftmals bleibt die Ursache auch unerkannt.

Die genannten Ursachen führen meistens, nicht selten auch in Kombination mit dem Knochengewebe, zu einem unspezifischen Reizzustand bzw. zu einer unspezifischen Entzündung der Knochenhaut des Steißbeins (Periostitis).


Symptome

Patienten, die unter Steißbeinschmerzen leiden, können in der Regel nicht lange und nur schlecht auf harten Flächen sitzen. Die Schmerzen können gleich beim Sitzen auftreten, erst bei längerem Sitzen oder sogar erst beim Aufstehen.
Derartige Beschwerden treten bevorzugt nach einer Entzündung der Knochenhaut (Periost) auf. Darüber hinaus können attackenförmige Nervenschmerzen auftreten. Sie werden dadurch ausgelöst, dass das Nervengeflecht am unteren Kreuzbein und Steißbein in Mitleidenschaft gezogen ist. Auch Stuhlgang und Geschlechtsverkehr können manchmal durch die Schmerzen erschwert bzw. unmöglich sein.


Diagnose von Steißbeinverletzungen/Steißbeinerkrankungen

Der Arzt kann spezielle Röntgenaufnahmen des Steißbeines anfertigen. Allerdings ist ihre Aussagekraft eingeschränkt, da der Winkel, in dem das Steißbein zum Kreuzbein steht, bei jedem Menschen sehr variabel ist (Norm 10-30°). Genauer ist eine Untersuchung per Magnetresonanztomographie (MRT), bei der man knöcherne Verletzungen, Frakturen und Verletzung der angrenzenden Weichgewebe besser beurteilen kann. Auch Tumore sind im MRT gut zu erkennen. Wichtigste Diagnostik bei Steißbeinschmerzen ist jedoch die klinische Untersuchung.
Bildgebende Verfahren (Röntgen des Steißbeins, Computertomographie, Kernspintomographie) lassen meist keine sichtbaren Veränderungen erkennen. Sie sollten aber dennoch durchgeführt werden, um eine lokale Entzündung oder einen Tumor auszuschließen.


Therapie / Behandlung von Steißbeinschmerzen

Eine akute Coccygodynie kann durch begleitende, allgemeine Therapieansätze gelindert werden. Konservative Therapien wie die medikamentöse Schmerztherapie und lokale Spritzen lindern häufig schon die Schmerzen.

Chronische Steißbeinschmerzen sind jedoch wegen ihrer Langwierigkeit gefürchtet. Falls keine Ursache auffindbar ist, können örtliche Infiltrationen mit Kortikoiden oder Lokalanästhetika an der Verbindung zwischen dem Kreuz- und dem Steißbein eingebracht werden. Dies kann für einen Erfolg oft drei Monate dauern. Schmerzmittel als Tabletten können zur Unterstützung beim behandeln verabreicht werden.

Zusätzliche Maßnahmen können Krankengymnastik/Physiotherapie, bestimmte Übungen, die Versorgung mit einem Sitzring, sowie in einigen Fällen eine Psychotherapie sein. Bei den langandauernden Beschwerden, wird meist komlementärmedizinisch behandelt, dass heißt mit einem Mix aus mehreren Therapien.

Zu den möglichen Behandlungen bei Steißbeinschmerzen zählen neben konservativen Therapien aber auch Infiltrationen und Denervierungsmaßnahmen.

Bei der Denervierung (auch Denervation genannt), führt der Arzt unter Bildwandler-Kontrolle eine Spezial-Kanüle genau an der Stelle ein, wo sich die gereizten Nerven (Äste des Spinalnervs) befinden. Der kleine Nerv wird mit der Nadel gereizt (stimuliert), um zu sehen, ob die richtige Stelle getroffen ist (Neurostimulation). Danach wird ein Laser, der per Glasfasern durch die Nadel kommt, direkt auf die betroffene Stelle geleitet. Die Hitze der Laserenergie legt den betroffenen Nerv dann still (Denervation).

Operation

Eine operative Entfernung des Steißbeins (Steißbein OP) wird bei länger anhaltenden Steißbeinschmerzen häufig empfohlen, ist aber in den seltensten Fällen wirklich nötig. In kleinen Studien sind für diese Operation jedoch Erfolgsraten von mehr als 80 % berichtet worden. Eine definitive Besserung nach Operation tritt aber oft erst 4 bis 8 Monate später ein.


Unsere Empfehlung bei Steißbeinschmerzen

Wenn Sie akute Steißbeinschmerzen nach einem Unfall oder schon länger andauernde Steißbeinschmerzen ohne ersichtlichen Grund haben, suchen Sie einen Facharzt auf. Wenn möglich, sollte dies ein Wirbelsäulen-Spezialist, ein Neurochirurg oder Orthopäde sein. Auch dann, wenn es nicht direkt um eine Coccygodynie geht. Es gibt sehr viele verschieden Arten der Behandlungen. In der Avicenna Privatklinik Berlin erstellt der Arzt für jedes Krankheitsbild und jeden Patienten eine individuelle Therapie. Nur so kann gewährleistet werden, dass Sie nach der Behandlung der Steißbeinschmerzen wieder schnell gesund werden und schmerzfreie Bewegungsabläufe haben.

Nach einer Behandlung am Steißbein müssen Sie sich als Patient langfristig ein rückengerechtes Verhalten in Alltag und Freizeit, vor allem bei der Art des Sitzens, zulegen und ihre Muskulatur stärken. Damit der Erfolg von Dauer ist!

Avicenna Klinik Berlin hilft Ihnen gern weiter

Seit dem Jahr 2000 hat die Avicenna Klinik ihren Sitz in Berlin. Unsere Ärzte haben auf ihrem jeweiligen Gebiet (Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Orthopädie) jeder mindestens 25 Jahre internationale Erfahrung.

Falls Sie sich mit starken Rückenschmerzen und /oder Schmerzen in der Halswirbelsäule, einer Spinalkanalstenose oder dem Verdacht auf eine solche in unserer Klinik vorstellen möchten, nutzen Sie folgenden Kontakt:

Avicenna Klinik
Paulsborner Str. 2
10709 Berlin

Telefon: +49 30 236 08 30
Fax: +49 30 236 08 33 11
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Sie können jederzeit anrufen, eine E-Mail schreiben oder ein Rückrufformular ausfüllen. Jeder Patient bekommt dann einen Termin bei einem Arzt unserer Klinik, der in jedem Fall ein Wirbelsäulenspezialist (Orthopädie/Chirurgie) ist. Anhand von MRT-Bildern (mitgebrachte oder bei uns im Haus erstellte) und einer eingehenden Untersuchung, wird der Arzt mit Ihnen alle verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie oder Operation durchsprechen. Sie können unsere Fachärzte auch nur zum Einholen einer (Zweit-)Meinung in Anspruch nehmen.

Wenn Sie sich entscheiden sollten, Ihre Therapie und/oder Operation bei uns in Berlin durchführen zu lassen, wollen wir Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Dabei erwartet Sie eine hochmoderne Ausstattung in allen Bereichen – vom Operationssaal bis zum Patientenzimmer.

Neueste, schonende, minimalinvasive Behandlungsverfahren sind der Schwerpunkt unserer Klinik. Gemeinsam versuchen wir, eine geeignete Behandlung Ihrer Beschwerden zu finden. Erst nach ausführlichem Patientengespräch, Untersuchung und Diagnostik erfolgt die eigentliche Therapie. Jeder Patient erhält dadurch eine individuell abgestimmte Behandlung.

Ebenso wichtig wie eine optimale medizinische Betreuung, ist für uns die individuelle menschliche Fürsorge. Während Ihres stationären Aufenthalts steht Ihnen daher unser Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem kommunizieren unsere Mitarbeiter in mehreren Sprachen wie Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Russisch, Polnisch, Türkisch, und Französisch. Wir kümmern uns um Ihre Sicherheit, respektieren Ihre Wünsche, Traditionen und Ihre Religion.

Unser Team setzt sich aus einem Pool hochqualifizierter Spezialisten zusammen. Sie arbeiten gemeinsam daran, dass Sie schnell wieder gesund werden.