Wirbelbruch / Wirbelfraktur (fractura vertebrae)


Fraktur eines Wirbelkörpers der Wirbelsäule

Die Achse des menschlichen Körpers ist die Wirbelsäule: Sie erfüllt wichtige statische Aufgaben und dient dem Schutz innerer Organe und des Rückenmarks und erlaubt Bewegung. Bei gesunden Menschen weist die Wirbelsäule eine hohe Stabilität auf und es erfordert viel Krafteinwirkung, einen Wirbelbruch hervorzurufen. Der Bruch eines oder mehrerer Wirbelkörper macht bis zu zwei Prozent aller Knochenbrüche bei schweren Unfällen aus. In 20 % der Fälle sind 2 oder mehrere Wirbel betroffen.

Ursachen des Wirbelbruchs

Zu einem Wirbelbruch der eigentlich sehr stabilen Wirbelkörper kann es nur kommen, wenn diese von außen massiv traumatisiert werden (Auto-, Fahrrad- und Motorradunfälle, Kopfsprung in flaches Wasser, Sturz, Sport, Gewalt). Dies geschieht nur bei einer großen äußeren Krafteinwirkung. Einen Aufprall extremen Ausmaßes kann die Muskulatur nicht abfangen. Zusätzlich wird die Wirbelsäule beim Sturz einseitig abgebremst. Der Wirbelkörper schlägt auf und bricht. Es kommt zu einem Wirbelbruch. Wenn sich zusätzlich eine Drehung der Wirbelsäule während des Sturzes und dem Aufprall abspielt, ist es möglich, dass der Wirbelbruch in einer rotierten Position entsteht. Solche komplexen Unfallmuster verursachen Wirbelbrüche mit komplizierten Strukturen. Ein Wirbelbruch dieser Art muss von Ärzten genau beurteilt werden, um richtig behandelt werden zu können.

Ein Wirbelbruch kann jedoch nicht nur durch einen Unfall verursacht werden, sondern auch altersbedingt sein. Der Knochen des Wirbelkörpers ist im Alter durch Verschleiß angegriffen. Schon leichte äußere Einflüsse bewirken dann einen Wirbelbruch, zum Beispiel wenn der Wirbelkörper aufgrund einer bestehenden Osteoporose bereits instabil ist. Es ist dann nicht mehr gewährleistet, dass der gebrochene Wirbel seine Form behält und die Stabilität der Wirbelsäule unterstützt. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Teile des brüchigen Wirbels verrutschen und umliegende Strukturen, wie beispielsweise das Rückenmark, verletzen. In so einem Fall muss der Wirbelbruch auf jeden Fall behandelt werden.

Des Weiteren können Wirbelbrüche bei Krebserkrankungen oder Metastasen entstehen. Wirbelentzündungen (Spondylitis), Morbus Bechterew und andere.

Röntgenaufnahme eines Wirbelbruchs

Wirbelbruch – Klassifikation:

Wir unterscheiden stabile und instabile Wirbelbrüche. Außerdem werden Wirbelbrüche wie folgt klassifiziert:

  1. Kompressionsbruch (Typ A) mit Stauchung der vorderen Bereiche des Wirbelkörpers. Typ A wird unterteilt in : Impaktionsbrüche (A1), Spaltbrüche (A2) und Berstungsbrüche (A3)
  2. Distraktionsbruch (Typ B)
  3. Rotationsbruch (Typ C).

Symptome einer Wirbelfraktur

Ein Wirbelbruch wird nicht immer bemerkt. Manchmal bleibt die Fraktur dieses so stabilen Knochenfragmentes symptomlos. Erst wenn umliegende Strukturen beeinträchtigt werden, wird der Wirbelbruch in jedem Fall bemerkt. Klemmt er zum Beispiel das Rückenmark ein, kann es zu Ausfällen der Motorik oder Beeinträchtigungen der Sensibilität kommen.

Häufig verspüren Patienten jedoch bei einer Verletzung der Wirbelsäule plötzliche Rückenschmerzen – oft mit ausgeprägten Bewegungseinschränkungen. Je nach betroffenen Strukturen treten zudem Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit auf. Diese können bis in die Arme und Beine ausstrahlen. Symptome bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) treten in einigen Fällen sogar erst nach einigen Tagen auf.

Die Art der Beschwerden kann sehr unterschiedlich sein. Sie ist abhängig von der Ursache des Wirbelbruchs. Ein poröser Wirbelbruch äußert sich zum Beispiel in dauerhaften Rückenschmerzen, die oft nicht klar eingegrenzt werden können. Zusätzlich können sich die Beschwerden eines porösen Wirbelbruchs mit einer Vielzahl anderer Beschwerden mischen, die ebenfalls altersbedingt auftreten.

Wirbelbrüche, die durch äußeres Einwirken verursacht werden, zeigen sich unmittelbar durch direkte Schmerzen an der betroffenen Stelle. Stabile Brüche hingegen verursachen oft gar keine Schmerzen.

Patienten gehen häufig erst zum Arzt, wenn ein Wirbelbruch auf umliegende Strukturen drückt. Dann zeigen sich die Symptome wie zum Beispiel Lähmungserscheinungen in den Extremitäten oder Störungen der Sensibilität.


Diagnose des Wirbelbruchs

Zunächst sollte eine präzise Diagnostik durch einen Facharzt (Neurochirurg, Orthopäde, Chirurg oder Unfallchirurg) erfolgen, um Schwere und Lokalisation des Wirbelbruches einzustufen. Auf die sogenannte Anamnese (ausführliches Patientengespräch) folgt die eingehende körperliche und neurologische Untersuchung. Hier zeigen sich möglicherweise erste Hinweise darauf, dass ein Wirbelbruch vorliegt. Nachdem der Arzt aufgrund seiner Untersuchung eine Verdachtsdiagnose gestellt hat, ordnet er bildgebende Verfahren an.

Mit Hilfe einer Röntgenaufnahme, Computertomographie und oder MRT (Kernspintomographie) kann der Arzt den Wirbelbruch ansehen und auch klar erkennen, um welche Art Fraktur und um welches Ausmaß es sich tatsächlich handelt. Auf dieser Grundlage entscheiden Arzt und Patient über die weitere Behandlung des Wirbelbruchs. Weitere Untersuchungen wie Knochendichtemessung oder neurophysiologische Untersuchungen sind oft notwendig.

Kernspintomografie (MRT) der Lendenwirbelsäule zeigt mittelschweren und schweren Bruch bei Osteoporose.

Behandlung/Therapie/Heilung des Wirbelbruchs

Die richtige Behandlung eines Wirbelbruchs hängt von vielen Faktoren ab. Die Therapie variiert zwischen Ruhigstellung und Krankengymnastik bis zu Eingriffen wie Stabilisierung, Wirbelkörperersatz oder Kyphoplastie unter anderem mit Cage- (Platzhalter) Implantation.

Je nach Schweregrad der Fraktur an einem oder mehreren Wirbelkörpern wird über die Behandlung entschieden. Leichte Stauchungen von Wirbelkörpern, Weichteilverletzungen und glatte, stabile Brüche erfordern in der Regel keine Operation. Mit konservativen Therapien, die je nach Verletzung eine Ruhigstellung, Massagen, Physiotherapie, Wärme oder Kälteanwendungen umfassen, erreichen wir gute Heilungschancen.

Um Stabilität bei osteoporotischen Frakturen zu gewährleisten, bauen wir mit der minimalinvasiven Kyphoplastie mit oder ohne Cage geschädigte Wirbel wieder auf. So wird verhindert, dass einzelne Knochenfragmente verrutschen und beispielsweise das Rückenmark einengen. Dadurch werden Spätwirbelsäulendeformitäten verhindert werden.

In einigen Fällen ist ein Wirbelkörperersatz oder eine Kombination der oben genannten Eingriffe notwendig.


Operation (OP) bei Wirbelfrakturen

Bei einem komplizierten Wirbelbruch mit verschobenen Bruchkanten oder Splittern, stehen uns verschiedene Operationen zur Verfügung. Mithilfe der Mikrochirurgie entlasten wir die Neural- (Nerven-) Strukturen. In einigen Fällen sind Stabilisierungsmaßnahmen (Spondylodese) notwendig. Hierbei nehmen wir eine Verblockung (Versteifung, Fusion, Verplattung) des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes vor. Für die endgültige Versteifung der Wirbelsäule werden Fragmente oder komplette Wirbel aus der Wirbelsäule entfernt und zum Teil durch einen sogenannten Cage (= Titan- oder Kunststoffgestell, das den Abstand zwischen den Wirbeln gewährleistet) ersetzt (Wirbelkörperersatz). Gleichzeitig werden die Wirbel unter- und oberhalb der Bruchstelle mit Platten und Schrauben verbunden. Auf diese Weise wird die Stabilität der Wirbelsäule wieder hergestellt. Ihre Schutzfunktion bleibt erhalten und innen liegende Strukturen, wie zum Beispiel das Rückenmark, sind nicht gefährdet.

Kyphoplastie bei einer Wirbelfraktur (Ballon-Kyphoplastie)

Unter Durchleuchtung (C-Bogen) oder Computertomographie(CT) führen wir über eine Hohlnadel zunächst einen Ballon in den gebrochenen Wirbel ein, der die zusammen gesunkenen Bereiche wieder aufrichtet. Nach der Entnahme des Ballons füllt spezieller Knochenzement den entstandenen Hohlraum auf. Dieser härtet schnell aus und verbindet die einzelnen Knochenfragmente wieder miteinander. Dadurch ist der Wirbelkörper stabilisiert. Das Risiko eines Zementaustritts fällt hierbei bedeutend geringer aus als bei der s. g. Vertebroplastie (Einführung von Zement in den gebrochenen Wirbel ohne vorher Platz mit einem Ballon zu schaffen). Zudem kann eine krankheitsbedingte Höhenminderung des Wirbelkörpers im Idealfall ausgeglichen werden.

Die Operation dauert durchschnittlich eine Stunde. Schon am nächsten Tag nach dem Eingriff werden Patienten mobilisiert werden. Klinikaufenthalt variiert zwischen 5 und 11 Tage jedoch müssen sich Patienten noch 4-6 Wochen zuhause schonen. Bereits nach vier Wochen kann der Betroffene wieder selbst Auto fahren. Schwimmen ist sogar sofort wieder möglich, Radfahren nach 6, Golf und Tennis spielen nach 10 Wochen.


Vermeidung von Wirbelbrüchen

Weder dem Altern noch schweren Unfällen kann man direkt vorbeugen. Damit also auch nicht einem eventuellen Wirbelbruch. Ein guter Muskelaufbau kann die Wirbelsäule gegen massive Einwirkungen von außen nur bedingt schützen. Wer jedoch risikoreiche Sportarten betreibt, sollte in jedem Fall die richtige Schutzkleidung dafür tragen. Motorradfahren, Snowboarden und Springreiten stellen zum Beispiel ein hohes Risiko dar, einen Wirbelbruch zu erleiden. Dabei kann das einfache Anlegen von sogenannten Rückenprotektoren größeren Verletzungen vorbeugen. Schon bei leichten Indizien für Osteoporose (Einnahme von Kortison Präparate z. B. bei Asthma oder Rhema, familiäre Belastung, Rauchen, Alkohol) sollte die Diagnostik (Knochendichtemessung, MRT) und Therapie von Osteoporose begonnen werden.


Unsere Empfehlung bei Wirbelbrüchen

Wenn Sie immer häufiger wiederkehrende oder plötzlich einsetzende Rückenschmerzen (auch Tage) nach einem Unfall haben, suchen Sie einen Facharzt auf. Dies sollte immer ein Wirbelsäulen-Spezialist, ein Neurochirurg oder Orthopäde sein. Es gibt sehr viele verschiedene Arten der Behandlungen. In der Avicenna Privatklinik Berlin erstellt der Arzt für jedes Krankheitsbild und jeden Patienten eine individuelle Therapie. Nur so kann gewährleistet werden, dass Sie nach der Behandlung eines Wirbelbruchs wieder schnell gesund werden und schmerzfreie Bewegungsabläufe haben.

Nach einer Operation an der Wirbelsäule müssen Sie sich als Patient langfristig ein rückengerechtes Verhalten in Alltag und Freizeit zulegen und ihre Muskulatur stärken. Damit der Erfolg von Dauer ist!

Avicenna Klinik Berlin hilft Ihnen gern weiter

Seit dem Jahr 2000 hat die Avicenna Klinik ihren Sitz in Berlin. Unsere Ärzte haben auf ihrem jeweiligen Gebiet (Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Orthopädie) jeder mindestens 25 Jahre internationale Erfahrung.

Falls Sie sich mit starken Rückenschmerzen und /oder Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, einem Wirbelgleiten oder dem Verdacht auf eine solche Erkrankung in unserer Klinik vorstellen möchten, nutzen Sie folgenden Kontakt:

Avicenna Klinik
Paulsborner Str. 2
10709 Berlin

Telefon: +49 30 236 08 30
Fax: +49 30 236 08 33 11
E-Mail: info@avicenna-klinik.de

Sie können jederzeit anrufen, eine E-Mail schreiben oder ein Rückrufformular ausfüllen. Jeder Patient bekommt dann einen Termin bei einem Arzt unserer Klinik, der in jedem Fall ein Wirbelsäulenspezialist (Neurochirurg) ist. Anhand von MRT-Bildern (mitgebrachte oder bei uns im Haus erstellte) und einer eingehenden Untersuchung, wird der Arzt mit Ihnen alle verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie oder Operation durchsprechen. Sie können unsere Fachärzte auch nur zum Einholen einer (Zweit-)Meinung in Anspruch nehmen.

Wenn Sie sich entscheiden sollten, Ihre Therapie und/oder Operation bei uns in Berlin durchführen zu lassen, wollen wir Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Dabei erwartet Sie eine hochmoderne Ausstattung in allen Bereichen – vom Operationssaal bis zum Patientenzimmer.

Neueste, schonende, minimalinvasive Behandlungsverfahren sind der Schwerpunkt unserer Klinik. Gemeinsam versuchen wir, eine geeignete Behandlung Ihrer Beschwerden zu finden. Erst nach ausführlichem Patientengespräch, Untersuchung und Diagnostik erfolgt die eigentliche Therapie. Jeder Patient erhält dadurch eine individuell abgestimmte Behandlung.

Ebenso wichtig wie eine optimale medizinische Betreuung, ist für uns die individuelle menschliche Fürsorge. Während Ihres stationären Aufenthalts steht Ihnen daher unser Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem kommunizieren unsere Mitarbeiter in mehreren Sprachen wie Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Russisch, Polnisch, Türkisch, und Französisch. Wir kümmern uns um Ihre Sicherheit, respektieren Ihre Wünsche, Traditionen und Ihre Religion.

Unser Team setzt sich aus einem Pool hochqualifizierter Spezialisten zusammen. Sie arbeiten gemeinsam daran, dass Sie schnell wieder gesund werden.