Was ist eigentlich eine Knochenzyste?

Eine Knochenzyste ist eine gutartige tumorähnliche Knochenläsion, die einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum im Knochen darstellt.  Als Läsion (lateinisch laesio, deutsch ‚Verletzung‘) wird eine Schädigung, Verletzung oder Störung einer anatomischen Struktur oder physiologischen Funktion bezeichnet. Meist treten Knochenzysten im Kindes- und/oder frühem Erwachsenenalter auf.

Es gibt zwei Arten von Knochenzysten: Die sogenannte juvenile (solitäre) Knochenzyste äußert sich überwiegend im Wachstumsalter, findet sich größtenteils in den langen Knochen (Beinen und Armen). Diese Zyste verursacht keine Schmerzen - deshalb ist sie überwiegend ein Zufallsbefund. D. h. Sie wird im Rahmen eines Knochenbruchs im Bereich der Zyste entdeckt - radiologisch erkennt man sie im Röntgenbild. Tatsächlich ist die häufigste Komplikation, die durch eine Knochenzyste hervorgerufen wird, ein Bruch. Wenn die Zyste aktiv ist und langsam wächst, dann reicht für den Bruch ein leichter, unbedeutender Schlag. Die sogenannte aneurysmatische Knochenzyste kommt seltener vor als die juvenile Knochenzyste. Sie kommt nicht nur in den langen Knochen und im Becken vor, sondern auch im Bereich der Wirbelsäule (Wirbelkörper, Wirbelbogen). Betroffen sind in erster Linie Kinder und junge Erwachsene. Ihr optischer Unterschied zur Knochenzyste: Ihre Höhle ist mit Blut gefüllt. Im Unterschied zur solitären Knochenzyste äußert sie sich oftmals durch Schmerzen und eine sich schnell vergrößernde Vorwölbung. Ganz wichtig: Gehen Sie zu einem Facharzt, wenn es Symptome gibt, die Ihr Wohlbefinden negativ beeinflussen, wenn Sie Schmerzen oder Schwellungen im Bereich der Knochen verspüren. Mit anderen Worten: Ausnahmslos jede Knochenveränderung muss von einem Facharzt begutachtet werden.

Häufigkeit - wer wann von einer Knochenzyste betroffen sein kann

Die solitären Knochenzysten treten am häufigsten in der Altersgruppe der 4-bis 10jährigen auf. Zu 55 bis 65 Prozent finden sie sich in den Oberarmknochen, zu 25 bis 30 Prozent im Oberschenkelknochen. Menschen mit mehreren Knochenzysten sind überwiegend männlich, Frauen sind weniger betroffen. Von einer aneurysmatischen Knochenzyste, die insgesamt seltener vorkommt, sind in erster Linie Menschen zwischen zehn und 20 Jahren betroffen. Die aneurysmatischen Knochenzysten machen etwa sechs Prozent der Knochenläsionen aus. Vorwiegend findet man sie an der Wirbelsäule und in langen Knochen.

Bei der Suche nach den Ursachen stößt man auf ein paar Fragezeichen

D. h.: Im Prinzip sind die genauen Ursachen für die Entstehung von Knochenzysten nicht bekannt. Mögliche Ursachen sind Verletzungen des Knochens, Blutgerinnsel, (Blutwechselstörungen, die als Ergebnis Stoffe aktivieren, die den Knochen zerstören), Entzündungen oder auch Entwicklungsstörungen. Interessanterweise sind oft auch Menschen mit Osteoarthritis, rheumatischer Arthritis und chronischer Gicht betroffen.

Symptome - Alarmsignal sind Schmerzen nach minimalen Verletzungen

Einfache Knochenzysten haben vordergründig überhaupt keine Symptome. Sie sind einfach nur erkannt worden, weil es aufgrund verringerter Knochenfestigkeit zu einem Bruch bzw. nach einem Unfall zu einem Knochenbruch gekommen ist. Natürlich kann es auch zu Schwellungen kommen - Alarmsignal sollten Schmerzen nach minimalen Verletzungen sein. Wenn sich Zysten durch Schmerzen bemerkbar machen, sind es überwiegend schwer definierbare, ziehende Schmerzen, die vor allem bei Reizen wie Kälte oder Hitze auftreten. Größere Zysten verursachen dauerhafte Schmerzen. Aneurysmatische Knochenzysten in der Wirbelsäule können zu Funktionsstörungen führen. Vor allem klagen Patienten bei aneurysmatischen Knochenzysten über Schmerzen im Femur (Oberschenkelknochen), Tibia (Schienbein) und in den dorsalen Anteilen der Wirbelsäule. Das sind quasi die ‚Lieblingsorte‘ für aneurysmatische Knochenzysten.

Sie wollen eine genaue Diagnose für sich oder Ihr Kind? Der Weg führt zum Facharzt

Wann immer Sie bei sich oder bei Ihrem Kind eine Knochenveränderung erkennen, gibt es nur einen Weg: Hin zum Facharzt! Er wird das sogenannte Anamnesegespräch führen, in dem er sich die Beschwerden erklären lässt. Er wird tasten, fühlen, Fragen stellen. Aber allein das Gespräch reicht nicht für eine Diagnose. Deshalb wird er bildgebende Untersuchungen anordnen - in erster Linie eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen, möglicherweise noch eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Wichtig ist zu erkennen: Ist es eine juvenile oder eine aneurysmatische Knochenzyste? Handelt es sich um eine gutartige oder eine bösartige Neubildung? Wenn die Aufnahmen eine aneurysmatische Knochenzyste zeigen, wird der Arzt ganz sicher eine Untersuchung für nötig halten, weil es sich um einen Tumor handeln könnte. Die aneurysmatische Knochenzyste kann sehr aggressiv und gefährlich werden. Die sichere Diagnostik entscheidet letztendlich über die Therapie.

Es gibt Zysten, die nicht behandelt, sondern nur beobachtet werden müssen

Die einfache (juvenile) Knochenzyste und die aneurysmatische Knochenzyste werden unterschiedlich behandelt. Bei der einfachen Knochenzyste ist nicht immer eine Behandlung notwendig, wenn Folgeschäden der Zyste weitgehend ausgeschlossen werden können. Es reicht, sie zu beobachten. Wenn Zysten weniger als fünf Zentimeter lang oder breit sind, verschwinden sie gewöhnlich. Mit Abschluss der Wachstumsphase sind Knochenzysten nicht mehr erkennbar. Falls sie doch behandelt werden sollen, gibt es im Normalfall zwei Möglichkeiten, um Knochenbrüche an dieser Stelle zu verhindern. Die Knochenzyste bekommt einen Cortison-Reiz, der injiziert wird, damit sie ausheilt. Weiterhin kann die Knochenzyste mit einem löffelähnlichen Instrument ausgeschabt (Kürettage) und der Hohlraum mit einer Knochensubstanz aufgefüllt werden. In manchen Fällen werden Schrauben in den Knochen eingesetzt, die den Knochen stabilisieren.

Die aneurysmatische Knochenzyste sollte immer chirurgisch entfernt werden. Weil sie gut durchblutet ist, kann sie sonst weiterhin wachsen, Schmerzen verursachen, die Knochensubstanz aufbrauchen und somit den Knochen nachhaltig schädigen. Die Auffüllung der Höhle erfolgt mit Knochenzement (Kyphoplastie). Nach zwei Jahren - wenn kein neues Zystengewebe gewachsen ist - kann der Zement entfernt und der Hohlraum mit eigenem Knochen aus dem Beckenkamm aufgefüllt werden. Falls diese Zysten zu Instabilität der Wirbelsäule führen, dann kämen hier Stabilisierungsmaßnahmen in Frage.

Prognose - verzichten Sie auf gefährliche Sportarten

Die Prognosen sind grundsätzlich gut, wenn die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen von einem Facharzt vorgenommen wurden. Denn dann ist der Knochen an der Stelle, an der die Zyste saß, wieder so belastbar wie in der Zeit vor der Entstehung der Zyste. Dennoch ist es sinn- und verantwortungsvoll, auf gefährliche Sportarten und/oder Tätigkeiten zu verzichten, um Knochenbrüche zu vermeiden.

Dr. med. Munther Sabarini

Autor
Dr. med.Munther Sabarini
Facharzt für Neurochirurgie

Hans-Heinrich Reichelt

Co-Autor
Hans-Heinrich Reichelt
Chefredakteur Medizin für Menschen

Avicenna Klinik Berlin hilft Ihnen gern weiter

Seit dem Jahr 2000 hat die Avicenna Klinik ihren Sitz in Berlin. Unsere Ärzte haben auf ihrem jeweiligen Gebiet (Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Orthopädie) jeder mindestens 25 Jahre internationale Erfahrung.

Falls Sie sich mit starken Rückenschmerzen, einem Bandscheibenvorfall oder dem Verdacht auf einen solchen in unserer Klinik vorstellen möchten, nutzen Sie folgenden Kontakt:

Avicenna Klinik
Paulsborner Str. 2
10709 Berlin

Telefon: +49 30 236 08 30
Fax: +49 30 236 08 33 11
E-Mail: info@avicenna-klinik.de

Sie können jederzeit anrufen, eine E-Mail schreiben oder ein Rückrufformular ausfüllen. Jeder Patient bekommt dann einen Termin bei einem Arzt unserer Klinik, der in jedem Fall ein Wirbelsäulenspezialist (Neurochirurg) ist. Anhand von MRT-Bildern (mitgebrachte oder bei uns im Haus erstellte) und einer eingehenden Untersuchung, wird der Arzt mit Ihnen alle verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie oder Operation durchsprechen. Sie können unsere Fachärzte auch nur zum Einholen einer (Zweit-)Meinung in Anspruch nehmen.

Wenn Sie sich entscheiden sollten, Ihre Therapie und/oder Operation bei uns in Berlin durchführen zu lassen, wollen wir Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Dabei erwartet Sie eine hochmoderne Ausstattung in allen Bereichen – vom Operationssaal bis zum Patientenzimmer.

Neueste, schonende, minimalinvasive Behandlungsverfahren sind der Schwerpunkt unserer Klinik. Gemeinsam versuchen wir, eine geeignete Behandlung Ihrer Beschwerden zu finden. Erst nach ausführlichem Patientengespräch, Untersuchung und Diagnostik erfolgt die eigentliche Therapie. Jeder Patient erhält dadurch eine individuell abgestimmte Behandlung.

Ebenso wichtig wie eine optimale medizinische Betreuung, ist für uns die individuelle menschliche Fürsorge. Während Ihres stationären Aufenthalts steht Ihnen daher unser Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem kommunizieren unsere Mitarbeiter in mehreren Sprachen wie Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Russisch, Polnisch, Türkisch, und Französisch. Wir kümmern uns um Ihre Sicherheit, respektieren Ihre Wünsche, Traditionen und Ihre Religion.

Unser Team setzt sich aus einem Pool hochqualifizierter Spezialisten zusammen. Sie arbeiten gemeinsam daran, dass Sie schnell wieder gesund werden.