Bandscheiben
Bandscheiben sind den meisten Menschen nur in Bezug eines Bandscheibenvorfalls bekannt. Dabei sind die kleinen Bandscheiben ein elementarer Teil unseres Skeletts. In der Medizin wird die Bandscheibe als Discus intervertebralis (lat.) bezeichnet, was wörtlich übersetzt „Zwischenwirbelscheibe“ bedeutet.
Aufbau und Funktion der Bandscheiben
Die Bandscheiben sind die knorpeligen Verbindungen zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule. Bandscheiben verhindern, dass Wirbel direkt aufeinander liegen und aneinander reiben. Ihre Flexibilität hilft, die Bewegungen des Rückens zu ermöglichen. Die Bandscheiben fungieren außerdem als Puffer, um Stöße und Sprünge abzufedern und die Wirbel zu schützen.
Im Inneren der Bandscheiben liegt ein weicher Gallertkern. Er ist von einem festen Faserring umgeben. Bei Biegung der Wirbelsäule weicht der Gallerkern zur gedehnten Seite aus. Die hohe Zugfestigkeit des Faserrings sorgt dafür, dass die die gelartige Masse auch bei starken Bewegungen im Inneren der Bandscheibe verweilt und nicht nach außen quillt.
Um das Gewicht von Kopf und Rumpf zu tragen, nehmen die Bandscheiben von oben nach unten an Höhe zu. Um effektiv als Stoßdämpfer zu agieren, bestehen die Bandscheiben zu etwa 80 Prozent aus Wasser. Im Laufe des Tages werden die Bandscheiben vom hohen Gewicht des Oberkörpers zusammengedrückt. Aus diesem Grund sind Menschen am Abend auch rund ein bis drei Zentimeter kleiner, als am Morgen. Während des nächtlichen Schlafens nehmen die Bandscheiben Wasser und Nährstoffe auf und können am folgenden Tag wieder Stöße abschwächen.
Bandscheiben OP bei einem Bandscheibenvorfall
Die am weitesten verbreitete Beeinträchtigung der Bandscheiben ist ein Bandscheibenvorfall. Ein Bandscheibenvorfall kann in der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule auftreten. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule, also der untere Abschnitt der beweglichen Wirbelsäule, betroffen. Durch beispielsweise altersbedingte Abnutzung, Überbelastung, falsche Ernährung oder schweres Heben und Tragen verlieren die Bandscheiben an Elastizität und können Risse ausbilden. Die Funktion der Bandscheiben ist eingeschränkt.
Je nach Schweregrad der Erkrankung kann es zu einer Bandscheibenprotrusion, also einer Vorwölbung, oder einem Bandscheibenvorfall kommen, bei dem der Kern der Bandscheibe durch den Faserring austritt und in die umliegenden Gewebe läuft. Der austretende Gallertkern kann auf die Nerven des Rückenmarks drücken und starke Schmerzen verursachen.
Bei Bedarf kann ein Bandscheibenvorfall operativ behandelt werden. Der Eingriff erfolgt in der Regel mikrochirurgisch. Kleinste Instrumente werden durch einen kleinen Schnitt in der Haut in das Gewebe um die Wirbelsäule eingeführt, um den vorgewölbten Teil der Bandscheiben zu entfernen. In manchen Fällen kann auch der Einsatz einer künstlichen Bandscheibe notwendig sein.
Geeignete Methoden für die Bandscheiben-OP und den genauen Behandlungsablauf bespricht ein spezialisierter Arzt mit Ihnen nach ausführlichen Diagnostikverfahren.