Failed-Back-Surgery-Syndrom
Unter dem Begriff Failed-Back-Surgery-Syndrom (FBSS) versteht man einen bleibenden oder wiederkehrenden Schmerz, der trotz einer „erfolgreichen“ Wirbelsäulen-Operation besteht. Etwa 5 bis 15 Prozent aller Patienten, die sich einer Wirbelsäulen-Operation unterziehen, entwickeln ein Failed-Back-Surgery-Syndrom (Post-Nukleotomie-Syndrom). Anzeichen für das Syndrom ist das Wiederkehren des Schmerzes in ähnlichem oder identischem Ausmaß wie vor dem operativen Eingriff, obwohl die Hauptursache (zum Beispiel Bandscheibenvorfall oder Stenose) beseitigt wurde.
Ursachen für ein Failed-Back-Surgery-Syndrom
Das Failed-Back-Syndrom kann vielfältige Ursachen haben und kann auch nach anatomisch erfolgreichen Behandlungen verschiedener Erkrankungen auftreten. Die Schmerzen können zum Beispiel nach einer Bandscheibenvorfall-Operation oder der Erweiterung einer Spinalkanalstenose auftreten. Ursachen des Failed-Back-Syndroms können Vernarbungen und Instabilitäten im Bereich der Operation, eine ungenügende Entlastung der Nervenwurzeln oder eine stärkere Belastung der benachbarten Wirbelsäulensegmente sein. Das Failed-Back-Surgery-Syndrom kann zudem durch Schäden der Nervenfasern, das Schmerzgedächtnis oder psychosoziale Faktoren begünstigt werden. Nicht selten entsteht das Syndrom durch das lange Warten auf eine OP, wobei ernsthaften Schäden im Nerv selbst entstehen können. Bildgebende Verfahren (zum Beispiel Röntgen, CT oder MRT) sind sehr hilfreich, um die Ursache abzuklären.
Therapie des Failed-Back-Surgery-Syndroms
Je nach Schmerzursache stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für die Therapie des Failed-Back-Surgery-Syndroms zur Verfügung. Druck auf Nervenstränge kann in einem erneuten mikrochirurgischen Eingriff beseitigt werden, dauerhaft gereizte Nerven können mit einer Thermo-Denervation verödet werden. Bei Instabilitäten kann eine Stabilisierung der Wirbelsäule sinnvoll sein. Auch die Rückenmarksstimulation (Spinal Cord Stimulation – SCS) ist eine wirksame Methode zur Behandlung des Failed-Back-Surgery-Syndroms.
Die Behandlung umfasst zusätzlich die Optimierung von Schmerz- und Physiotherapien sowie psychologische Betreuung. Da die Behandlung des Failed-Back-Surgery-Syndroms sich individuell nach der grundlegenden Erkrankung und den physiologischen Veränderungen durch die Operation richtet, ist eine ausführliche, körperlich-neurologische Untersuchung mit bildgebenden Verfahren elementar.
Leiden Sie nach einer Wirbelsäulen-Operation an Rückenschmerzen? Lassen Sie sich schnellstmöglich von einem Spezialisten untersuchen, um eine eventuell notwendige Therapie einzuleiten. Je früher das Failed-Back-Surgery-Syndrom behandelt wird, desto besser ist die Prognose für eine schmerzfreie Zukunft.