Hämangiome der Wirbelsäule

Hämangiome werden im Volksmund auch als Blutschwämmchen oder Erdbeerflecken bezeichnet. Hämangiome können am ganzen Körper auftreten. Häufig sind sie auf der Haut, insbesondere im Bereich des Kopfs und Nacken, zu finden. Treten Hämangiome in Knochen auf, spricht man von Knochenhämangiomen. Etwa 40 Prozent aller Knochenhämangiome finden sich an Wirbelkörpern. Vor allem kleine Hämangiome der Wirbelsäule verursachen keine Beschwerden und werden daher häufig als Zufallsbefund entdeckt.

Entstehung und Symptome von Hämangiomen

Hämangiome sind in der Regel gutartige Tumore. Sie entstehen während der Neubildung von Blutgefäßen, wenn diese wuchern. Hämangiome der Wirbelsäule können Teile eines Wirbelkörpers oder einen gesamten Wirbel betreffen. Oftmals sind sie asymptomatisch, Betroffene empfinden keine Schmerzen oder Einschränkungen. Ein sehr großes, schnell wachsendes oder aggressives Hämangiom der Wirbelsäule kann jedoch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auslösen. Die Schmerzen treten häufig auch im Ruhezustand auf und werden oft als drückend oder klopfend beschrieben. Sie entstehen durch den Druck des Hämangioms auf Blutgefäße, Muskulatur oder Rückenmark.

Bei Hämangiomen sind Umstände wie bei anderen Tumore wie Gewichtsverlust oder eine Vergrößerung der Lymphknoten nicht bekannt.

Therapie von Hämangiomen

Kleine, asymptomatische Hämangiome der Wirbelsäule bedürfen in der Regel keiner Behandlung. Jährliche MRT-Kontrollen zur Überprüfung der Größe des Hämangioms sind ausreichend. Ein chirurgischer Eingriff kann nötig sein, wenn durch das Hämangiom Folgeerkrankungen oder -verletzungen entstanden sind. Beispielsweise können Wirbelbrüche mit einer Kyphoplastie behandelt werden, Instabilitäten werden im Zuge einer Spondylodese stabilisiert. Ist das Hämangiom der Wirbelsäule bis in den Spinalkanal vorgedrungen, wird das wuchernde Gewebe in einem mikrochirurgischen Eingriff entfernt. Ein solcher Eingriff erfordert höchste Präzision, die Sie bei den Spezialisten der Avicenna-Klinik finden können.

Nach einem chirurgischen Eingriff zur Entfernung von Hämangiomen der Wirbelsäule muss der Patient für einige Zeit Termine zur ärztlichen Verlaufskontrolle wahrnehmen. Die allgemeine Prognose ist positiv – Hämangiome können, nach heutigem Wissensstand, keine Metastasen bilden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein (aggressives) Hämangiom der Wirbelsäule in selbiger Schwere erneut auftritt, ist daher gering.