Kyphoplastie

Die Kyphoplastie ist ein minimalinvasives Behandlungsverfahren bei Wirbelbrüchen. Hauptanwendungsgebiet sind Osteoporose-bedingte Wirbelbrüche. Auch Metastasen, Tumore, Wirbel-Hämangiome oder Verletzungen können Wirbelbrüche und -instabilitäten verursachen, die mit einer Kyphoplastie behandelt werden können. In einigen Fällen kommen andere, ergänzende Eingriffe zum Einsatz. Die angewandten Verfahren sind abhängig von der Anamnese, dem neurologischen Befund, den Ergebnissen der bildgebenden MRT- und CT-Aufnahmen, der Schwere des Bruches und dem Allgemeinzustand des Patienten.

Ablauf vor und während der Kyphoplastie-OP

  1. In einer vorhergehenden Untersuchung werden mögliche Schmerzursachen überprüft. Unter Kontrastmittelgabe werden Röntgenaufnahmen von Brustwirbelsäule (BWS) und/oder Lendenwirbelsäule (LWS) erstellt.
  2. Die Kyphoplastie-OP erfolgt typischerweise in Bauchlage und dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde.
  3. In der Regel erfolgt die OP unter Vollnarkose.
  4. Unter ständiger Röntgenkontrolle (Durchleuchtung) oder CT-Aufnahme werden dünne Kanülen über einen 1 Zentimeter langen Hautschnitt in den Hohlraum des verletzen Wirbels eingeführt.
  5. Ein Ballon wird durch ein Hohlinstrument in den Wirbelkörper geleitet und vorsichtig geweitet, um den Wirbel aufzurichten. Anschließend wird der Ballon wieder entfernt.
  6. Schnellhärtender Zement wird durch die Kanülen in den Wirbel injiziert, der zuvor durch den Ballon aufgerichtet wurde. Nach nur wenigen Minuten ist dieser ausgehärtet. Dann werden die Knüllen entfernt.
  7. Im Aufwachraum haben Sie Zeit, sich von der Narkose zu erholen. Anschließend verbringen Sie noch einige Tage in der Klinik, wo Sie bereits die ersten Schritte gehen dürfen. Nach einer Kyphoplastie werden Sie sich für etwa vier Wochen schonen.

Möglichkeiten und Grenzen der Kyphoplastie

Eine Kyphoplastie kann eine schnelle und nachhaltige Schmerzlinderung ermöglichen. Da die Kyphoplastie eine minimal-invasive OP ist, bleiben nach dem Eingriff nur millimetergroße Narben. Nebenwirkungen treten äußerst selten auf.

Die Kyphoplastie kann Ihre Schmerzen lindern und den betroffenen Wirbel stabilisieren, heilt aber nicht die Osteoporose. Während die Kyphoplastie-OP kaum Spätfolgen aufzeigt, kann eine unbehandelte Osteoporose langfristige Schäden an der Wirbelsäule bedingen. Für eine dauerhafte Besserung der Symptome sollten Sie eine zugrundeliegende Osteoporose daher medikamentös behandeln. Die Medikamente können den Abbau von Knochenmaterial hemmen und so erneuten Frakturen vorbeugen. Eine begleitende Physiotherapie kann zudem die Rückenmuskulatur stärken und so zur Stabilität der Wirbelsäule beitragen.