Liquorleck

Als Liqour bezeichnet man das Nervenwasser, welches das Gehirn und Rückenmark umspült. Etwa 150 Milliliter dieser Flüssigkeit befinden sich im Körper eines Erwachsenen. Die Hirn- und Rückenmarkshäute bilden einen geschlossenen Raum, aus dem das Nervenwasser im Regelfall nicht austreten kann. Bei einem Liquorleck kann das Nervenwasser durch einen Riss in der Hirn- oder Rückenmarkshaut plötzlich und schnell austreten. Ein Liquorleck wird unter anderem auch als Liquorleck Syndrom, Liquorverlustsyndrom, Liquor-Unterdrucksyndrom oder Hypoliquorrhoe bezeichnet.

Übliche Liquorleck-Symptome

Das Leitsymptom des Liquorverlustsyndroms ist ein starker Kopfschmerz, der insbesondere in aufrechter Position auftritt. Er entsteht aufgrund der Lageveränderung des Gehirns. Durch den Verlust an Nervenwasser bewegt sich das Gehirn nach unten, schmerzempfindliche Strukturen werden belastet. Neben starken Kopfschmerzen können bei einem Liquorleck auch andere Symptome auftreten. Dazu gehören Übelkeit und Erbrechen, ein steifer Nacken, Bewusstseins- und Konzentrationsstörungen, Blutungen und Beeinträchtigungen des Hörens, Sehens und Gleichgewichtsinns. Schmerzen und Missempfindungen können auch auftreten. Die Symptome bessern sich nur, wenn Betroffene liegen.

Liquorverlustsyndrom: Ursache und Therapie

Das Liquorverlustsyndrom hat eine klare Ursache: ein Riss in der Dura (Hirnhaut). Nicht immer klar ist der Auslöser, der für den Riss verantwortlich ist. Möglich ist ein Knochensporn, also eine spitze Kante am Wirbelkörper, die durch Verschleiß der Gelenke entsteht. Ein Riss in der Dura kann auch durch eine Verletzung oder ein Trauma im Rücken entstehen.

Auch eine diagnostische Liquorpunktion oder Eingriffe an der Wirbelsäule kommen als Liquorverlustsyndrom-Ursache infrage. Bei einer lumbalen Liquorpunktion wird im Rahmen einer Untersuchung Nervenwasser aus dem Wirbelkanal entnommen. Etwa 65 Prozent der Patienten entwickeln innerhalb 24 Stunden nach der Untersuchung typische Liquorleck-Symptome. Liquorverlust kann auch nach einer PRT, Katheter-Anlage im Spinalkanal, PDA (Peridurale Anästhesie), sowie während oder nach Eingriffen an der Wirbelsäule auftreten.

Die Behandlung eines Liquorlecks ordnet sich in vier Stufen ein, die je nach Schweregrad Anwendung finden.

Stufe 1: Mindestens drei Tage Bettruhe.
Stufe 2: Blut wird aus der Vene entnommen und in den Epiduralraum gespritzt, um das Nervenwasser aufzufüllen.
Stufe 3: Wie Stufe 2, das Blut wird aber unter Röntgen- und CT-Kontrolle direkt an die Stelle des Liquorlecks injiziert. Stufe 4: Das Liquorleck wird in einer mikrochirurgischen Operation verschlossen. Dies ist nur bei sehr großen Fisteln und starken Symptomen nötig.

Nach einer erfolgreichen Behandlung ist die Prognose des Liquorverlustsyndroms positiv. Sobald das Nervenwasser wieder sein übliches Volumen erreicht hat, empfinden Betroffene keinerlei Symptome mehr.