Spondylarthrose

Die Spondylarthrose, ist eine degenerative Gelenkerkrankung der Wirbelsäule. Dabei kommt es zu einem Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke (Gelenk auf Altgriechisch Arthro), der sogenannten Facettengelenke, die die einzelnen Wirbel miteinander verbinden, sowie Verschleißstörungen mit Knochenanbauen am Wirbelkörper (Wirbel auf Altgriechisch Spondylos). Die Gelenke sind mit Knorpel überzogen und sorgen für Stabilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule. Mit zunehmendem Alter oder durch Fehlbelastung nutzt sich der Knorpel ab und eine Arthrose entsteht. Die Spondylarthrose (Wirbel und Gelenk) kann prinzipiell alle Abschnitte der Wirbelsäule betreffen, tritt jedoch besonders häufig in der Lendenwirbelsäule (Spondylarthrose LWS) und in der Halswirbelsäule (Spondylarthrose HWS) auf. Die Erkrankung ist ein häufiger Grund für chronische Rückenschmerzen und kann die Lebensqualität stark einschränken.

Ursachen und Symptome der Spondylarthrose

Zu den häufigsten Ursachen der Spondylarthrose zählt der altersbedingte Gelenkverschleiß. Mit den Jahren verlieren Bandscheiben an Höhe, wodurch sich die Belastung auf die Facettengelenke erhöht. Dieser erhöhte Druck begünstigt den Abbau des Gelenkknorpels und fördert entzündliche Prozesse. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer Facettengelenksarthrose sind:

  • Fehlhaltungen und chronische Überlastung der Wirbelsäule
  • Bewegungsmangel und schwache Rückenmuskulatur
  • Übergewicht
  • Wirbelsäulenerkrankungen wie Skoliose oder Bandscheibenvorfälle
  • Berufliche Belastungen, wie beispielsweise schweres Heben oder langes Sitzen

Sowohl die Spondylarthrose LWS als auch die Spondylarthrose HWS entwickeln sich häufig schleichend und bleiben in der Frühphase oft unbemerkt.

Die Symptome einer Spondylarthrose sind je nach Lokalisation unterschiedlich, aber meist von belastungsabhängigen Schmerzen geprägt. Charakteristisch ist ein Anlaufschmerz am Morgen, der sich durch Bewegung oft bessert. Bei der Spondylarthrose LWS stehen Kreuzschmerzen im Vordergrund, die bis ins Gesäß oder in die Beine ausstrahlen können. Die Beschwerden verstärken sich bei längerem Stehen, Sitzen oder Heben. Bei der Spondylarthrose HWS treten häufig Nacken- und Schulterschmerzen auf. Auch Kopfschmerzen oder ein Ziehen in den Armen sind möglich. In fortgeschrittenen Fällen kann es durch Veränderungen der Knochen zu einer Einengung von Nervenstrukturen kommen. Dies äußert sich durch Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche. Zusätzlich kann es zu Bewegungseinschränkungen, Verspannungen und einem allgemeinen Gefühl der Steifheit im Rücken kommen.

Spondylarthrose: Diagnostik und Behandlung

Die Diagnose einer Facettengelenksarthrose beginnt mit der Erhebung der Krankengeschichte und einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT zeigen typische Veränderungen wie Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten (Knochenanbauten) oder Verdickungen der Gelenkkapsel. Zur genauen Lokalisation des Schmerzes können auch diagnostische Injektionen in die betroffenen Facettengelenke eingesetzt werden. Die Behandlung der Spondylarthrose erfolgt in der Regel konservativ. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu hemmen und die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten. Bewährte Maßnahmen sind:

  • Schmerzmedikamente und entzündungshemmende Mittel
  • Physiotherapie mit gezieltem Muskelaufbau und Mobilisation
  • Wärmebehandlungen, Elektrotherapie und manuelle Therapie
  • Rückenschule und Haltungsschulung zur Entlastung der Wirbelsäule
  • Injektionen von Kortison oder Lokalanästhetika in das Facettengelenk

Bei chronischen oder therapieresistenten Schmerzen kann eine sogenannte Facettendenervierung durchgeführt werden. Dabei werden die schmerzleitenden Nervenfasern der betroffenen Gelenke gezielt verödet. In schweren Fällen, wie beispielsweise bei Instabilität oder neurologischen Ausfällen, stellt eine operative Versteifung (Spondylodese) eine Option.

Obwohl eine Spondylarthrose nicht heilbar ist, lässt sich der Krankheitsverlauf mit geeigneten Maßnahmen positiv beeinflussen. Besonders wichtig sind regelmäßige Bewegung, eine kräftige Rückenmuskulatur und die Vermeidung von Überlastung. So kann die Lebensqualität auch mit einer Spondylarthrose langfristig erhalten bleiben. Lassen Sie sich in der Avicenna Klinik ausführlich über die Therapiemöglichkeiten aufklären.