Spondylodiszitis

Spondylodiszitis ist eine Entzündung der Wirbelsäule, die zu Rückenschmerzen, Fieber und in schweren Fällen auch zu neurologischen Ausfällen führen kann. Sie entsteht, wenn Keime die Bandscheibe infizieren und die benachbarten Wirbelkörper angreifen. In den meisten Fällen sind Bakterien, vor allem Staphylokokken und Streptokokken, für die Entzündung verantwortlich, sie dringen durch Wunden oder eine Infektion des Magen-Darm-Trakts, der Atem- oder Harnwege in den Körper ein und gelangen über die Blut- oder Lymphbahnen zur Wirbelsäule.

Spondylodiszitis: Symptome und Krankheitsverlauf

Unspezifische Symptome, wie Rückenschmerzen und Schwächegefühl, treten am häufigsten bei betroffenen Patienten von Spondylodiszitis auf. Die Beschwerden halten selbst in Ruhephasen und bei Nacht an und können wie folgt aussehen:

  • Rückenschmerzen: Fast immer haben die Betroffenen anhaltende Rückenschmerzen, die sich bei Bewegung verschlimmern können. Besonders charakteristisch ist, dass die Schmerzen in der Nacht besonders stark sind.
  • Fieber: Eine hohe Temperatur gehört zu den wichtigsten Anzeichen einer Entzündungsreaktion des Körpers.
  • Neurologische Ausfälle: In einigen Fällen treten Schmerzen in den Beinen oder Armen auf. Greift die Infektion auf die Nervenstrukturen über, sind auch neurologische Ausfälle, wie Taubheit oder Bewegungsunfähigkeit, möglich.
  • Allgemeines Krankheitsgefühl: Die Patienten fühlen sich oft müde und abgeschlagen.
  • Gewichtsverlust: Insbesondere bei chronischen Infektionen kann es zu ungewolltem Gewichtsverlust kommen.
  • Nachtschweiß: Einige Betroffene berichten von vermehrtem Schwitzen in der Nacht.

In manchen Fällen kann die Infektion vom Körper selbst unter Kontrolle gebracht werden, meist mit Unterstützung durch ein Antibiotikum. Ist das der Fall, hinterlässt die Entzündung der Wirbelsäule eine zerstörte Bandscheibe und teilweise eingeschmolzene Wirbel, die in einer bauchwärts geneigten Kurve zusammenwachsen. Kommt es zu einer Ausbreitung des Infekts, können die benachbarten Organe befallen werden. Unbehandelt würde diese infektiöse Ausbreitung eine schwere Schädigung oder gar den Tod des Patienten zur Folge haben, da über die Rückenmarkhülle das Gehirn befallen werden kann.

Spondylodiszitis: Diagnostik und Therapie

Durch die unspezifische Symptomatik ist man zur Diagnoseerstellung auf apparative Diagnostik angewiesen. Hierzu wird zunächst eine Laboruntersuchung veranlasst, bei der Entzündungswerte im Blut nachgewiesen werden können. Sollte diese erhöht sein, müssen auch andere mögliche Ursachen einer Entzündung der Wirbelsäule ausgeschlossen werden. Als nächstes Können durch ein Röntgenbild schon bestehende Veränderungen an den Wirbelkörpern nachgewiesen werden. Zusätzlich können ein MRT (sensitivste Darstellung von Spondylodiszitis) und CT (hier Alternative zum MRT) für zusätzliche Erkenntnisse sorgen.

Solange die Beschwerden nur gering sind, keine Lähmungen oder Missempfindungen vorliegen und der Wirbelkörper keine entzündliche Schädigung aufzeigt, ist für Spondylodiszitis eine konservative Therapie mittels Schmerzmittel, Antibiotika, Ruhigstellung oder Physiotherapie möglich. Bleiben die Rückenschmerzen bestehen, ist jedoch manchmal ein operatives Vorgehen vonnöten. Neben der Entfernung des entzündeten Knochen- und Bandscheibengewebes hat der operative Eingriff das Ziel, die Wirbelsäule zu stabilisieren und eventuell eingeengte Nerven zu entlasten. Dies geschieht meist im Rahmen einer klassischen offenen Operation, wobei es verschiedene Zugangswege gibt. Je nach Ausmaß der Entzündung an der Wirbelsäule und der Schäden an Wirbelkörper und Bandscheibe führt der Operateur den Eingriff auch zweizeitig durch. Das bedeutet, dass die Behandlung auf zwei Operationen aufgeteilt wird, zwischen denen ein Abstand von ein bis zwei Wochen liegt.

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