Wirbelkörperfraktur

Ein Wirbel besteht aus dem Wirbelkörper, dem Wirbelbogen, zwei seitlichen Querfortsätzen, einem Dornfortsatz und vier Gelenkfortsätzen, die ihn mit den benachbarten Wirbeln verbinden. Der Wirbelkörper ist der tragende und stützende Teil der Wirbelsäule. Bei einer Wirbelkörperfraktur sind ein oder mehrere Wirbelkörper gebrochen, die Stabilität der Wirbelsäule ist eingeschränkt.

Eine Wirbelkörperfraktur tritt am häufigsten in der Lendenwirbelsäule (LWS) oder der Brustwirbelsäule (BWS) auf. Ursache sind primär Unfälle oder Verschleiß. Eine traumatische Wirbelfraktur kann zum Beispiel durch einen Sturz oder Schlag auf die Wirbelsäule entstehen. Die häufigste Ursache für eine Wirbelkörperfraktur ist jedoch die Osteoporose. Durch eine Osteoporose-Erkrankung verringert sich die Knochendichte, Knochen werden dünner und porös. Vermeintlich harmlose Bewegungen wie ein Hustenanfall oder das Heben und Tragen von Objekten können osteoporotische Wirbelkörperfrakturen bedingen.

Wirbelkörperfraktur: Symptome und Behandlung

Eine Wirbelkörperfraktur zeigt verschiedene Symptome, die je nach Lokalisation und Schwere der Wirbelkörperfraktur unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Schmerzen können über dem verletzen Wirbelkörper und den angrenzenden Bereichen auftreten und von Bewegungseinschränkungen begleitet werden. Ist das Rückenmark eingeklemmt, kann es zu Gefühlsstörungen, leichten Lähmungen und motorischen Ausfällen kommen.

Die Behandlung unterschiedet sich je nach Schweregrad des Bruches. Für die Therapie einfacher, stabile, Wirbelkörperfrakturen ist zunächst eine konservative Therapie anzuwenden. Diese setzt sich aus Schmerzbehandlung, Orthesen, manueller Therapie und Bettruhe zusammen. Einrenkungen sind kontraindiziert. Komplizierte Wirbelfrakturen erfordern häufig eine operative Behandlung. Hier kann zum Beispiel ein Wirbelkörperersatz, eine Wirbelversteifung oder Kyphoplastie angezeigt sein.

Genesung und Prognose

Die Heilungsphase beträgt bei stabilen Wirbelkörperfrakturen einige Wochen, nach konservativen Therapien können bis zur vollständigen Heilung instabiler Frakturen mehrere Monate vergehen. In einigen Fällen können trotz korrekter Behandlung Spätfolgen zurückbleiben. Es kann zu Deformitäten oder zu Beeinträchtigung der benachbarten Segmente kommen. Die lange Bettruhe kann die Entstehung von Thrombosen oder Lungenembolien fördern. Im schlimmsten Fall kann bei einer Wirbelkörperfraktur das Rückenmark geschädigt werden, es kann zu einer Querschnittslähmung kommen. Bei Verdacht auf eine akute Wirbelkörperfraktur sollten Sie unbedingt einen Rettungswagen rufen und sich möglichst wenig bewegen, um eine potenzielle Rückenmarksverletzung nicht zu verschlimmern. Ihr Facharzt wird die beste Therapie für Sie wählen (Kyphoplastie und / oder Versteifung).

Nach einer Wirbelkörperfraktur sollten Sie auf rückenschonendes Verhalten setzen und auf Risikosportarten wie Motorradfahren, Skifahren oder Springreiten verzichten. So senken Sie das Risiko für Spätfolgen und erneute Frakturen.