Was ist eine Bandscheibenprothese?

Täglich gibt es weltweit Fortschritte in der Medizin. Zu den großen Errungenschaften gehören Implantate. Die chirurgische Medizin kann Herzen und Lungen implantieren, um Leben zu retten. Zu diesen grandiosen Fortschritten gehört auch die Implantation einer Bandscheibenprothese, um Schmerzen zu nehmen und somit die Lebensqualität zu verbessern. Die künstliche Bandscheibe hat heute einen festen Platz in der operativen Behandlung von Bandscheibenschäden und Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule.

Ziel einer Implantation ist, Mobilität und Funktionsfähigkeit des betreffenden Wirbelsäulenabschnitts zu erhalten, indem sie nach der Operation die solide, knöcherne Verbindung mit den angrenzenden, natürlichen Wirbeln herstellt. Bandscheibenersatz ist für den Einsatz an der Hals-und an der Lendenwirbelsäule verfügbar. Die Bandscheibenprothese besteht aus zwei Metallplatten (Titan oder ein Kobalt-Chrom-Molybdän-Gemisch) und einem Kern, meist aus Polyethylen. Sie haben unterschiedlich Größe, Höhe und Winkelgrad.

Wann kommt die Implantation einer Bandscheibenprothese in Frage?

Wann kommt die Implantation eines Bandscheibenersatzes für Sie in Frage? Grundsätzlich gilt folgendes: Erst nach Feststellung der Ursache Ihrer Beschwerden beginnen wir mit einer gezielten individuellen Behandlung. Für jeden Patienten entwickeln wir nach ausführlichen Gesprächen und Untersuchungen ein individuelles Therapieprogramm. Hierbei ist immer auch Ihre aktive Mitarbeit gefragt. Denn selbst die beste Operation kann nicht helfen, wenn Patienten nichts für sich tun. Die Implantation einer Bandscheibenprothese ist eine von mehreren Therapiemöglichkeiten.

Wenn konservative Therapien (beispielsweise Physiotherapie und medikamentöse Schmerzbehandlung) bei starker Bandscheibenabnutzung (Degeneration), die mit Bandscheibenvorfällen oder Protrusionen einhergeht, keine ausreichende Wirkung zeigen, können wir die erkrankte Bandscheibe durch eine Disc-Prothese ersetzen. Es kommen auch Patienten in Frage, die in mehreren Etagen Bandscheibenschäden vorzuweisen haben. Bei der Bandscheibenersatz-Therapie besteht ein wichtiger Vorteil gegenüber einer Versteifungsoperation (Spondylodese) darin, dass die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten bleibt.

Besteht bei Ihnen eine Osteoporose, ein Tumor, eine bakterielle Infektion an der Wirbelsäule oder eine fortgeschrittene Arthrose der kleinen Wirbelgelenke, ist ein Ersatz der Bandscheibe nicht möglich.

Operationsverlauf - Implantation der Disc-Bandscheibenprothese an der Lendenwirbelsäule

Unter Vollnarkose setzen wir einen 6 Zentimeter langen Hautschnitt am unteren Bauchbereich. Zunächst erfolgt die Inzision der Muskelschichten bis zur Darstellung des Peritoneums (Bauchfell). Das Peritoneum  wird dann zu Seite verschoben, so dass man mit Spezialinstrumentarium einen direkten Zugang zur vorderen Seite der Lendenwirbelsäule schafft (meist L5/S1). Mit Hilfe von speziellen Operationsmikroskop und Mikroinstrumente erreichen wir die betroffene Bandscheibe. Das vordere Längsband (Ligamentum Longitudinale anterius) wird  eröffnet. Hier entfernen wir zunächst die degenerierte Bandscheibe vollständig aus dem Raum zwischen den Wirbeln. Falls Bandscheibenmaterial (Bandscheibenvorfall) im Spinalkanal vorliegt wird dieses entfernt. Verknöcherungen werden auch entfernt, so dass das Segment beweglich ist. Anschließend bringen wir die Wirbel in ihre ursprüngliche Höhe und setzen in den dadurch geweiteten Zwischenraum die Prothese ein - d.h. wir verankern sie zementfrei. Dort dient sie in Zukunft als Platzhalter und Bewegungssegment.

Durch die angerauten Oberflächen der Metallplatten verwächst die Prothese in den folgenden Wochen mit den angrenzenden Wirbelkörpern - und zwar dadurch, dass das Knochenmaterial in die beschichteten Grund- und Deckplatten der Bandscheibenprothese einwächst.

Direkt nach der Operation

Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt und dauert etwa 90 Minuten. Nach dem Eingriff kommen Sie in einem Aufwachraum - hier sind Sie unter bester Aufsicht. Das heißt: Es werden hier wie üblich Ihre Herz- und Lungenfunktion überwacht. Aufmerksame und gut geschulte Schwestern und Pfleger lassen Sie nicht aus den Augen. Am Operationstag empfehlen wir Bettruhe. Leichte vorübergehende Schluckbeschwerden oder Verspannungen der Muskeln werden behandelt.

Die nächsten Tage nach der Operation

Die Implantation einer Bandscheibenprothese erfordert den hochkonzentrierten Einsatz eines erstklassigen OP-Teams. Es ist auch für den Patienten nach dem Eingriff wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen, um die Erfolge nicht zu gefährden. Grundsätzlich gilt: Der Klinikaufenthalt wird etwa zehn Tage dauern und die Schonzeit insgesamt wird gut vier Wochen sein. Sie tragen eine LWS-Stütze für 4 Wochen. Häufigkeit und Richtung der Bewegungen in der Lendenwirbelsäule  müssen nach genauen Anweisungen des Arztes erfolgen. Heben und Tragen von schweren Lasten sollte unbedingt vermieden werden. Ihr Arzt wird Ihnen nach Entlassung von der Klinik ein Programm von Physiotherapie zur allgemeinen Lockerung der Muskulatur und später zu ihrer Kräftigung. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt etwa 8 Wochen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass in dem betroffenen Segment wieder ‚normale Verhältnisse‘ herrschen, können Sie Ihre Wirbelsäule auch wieder normal belasten. Allerdings: Mit dem Autofahren sollten Sie vier Wochen lang aussetzen, ebenfalls mit dem Radfahren. Golf und Tennis sind nach etwa zehn Wochen erlaubt.

Vorteile einer Bandscheibenprothese

Normalerweise können Sie davon ausgehen, dass mit der Implantation eine schmerzfreie bzw. schmerzarme Ära in Ihrem Leben eingeläutet wird. Es wird nur die schmerzhafte Bandscheibe entfernt und durch ein Implantat ersetzt. Dank der modernen Bandscheibenprothesen erhalten Sie Ihre natürliche Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule. Das werden Sie besonders zu schätzen wissen, weil das Bewegungssegment vor dem Eingriff wesentlich gestört war. Noch ein Vorteil: Durch die Implantation einer dieser modernen Prothesen ist eine sogenannte Anschlussdegeneration (der angrenzenden Bandscheiben) deutlich gemindert.

Die Operation erlaubt eine gewebeschonende Vorgehensweise (ohne Nervenwurzeln zu beschädigen), so dass Sie sich auch rasch wieder erholen. Komplikationen bei diesem Eingriff sind selten wie Nachblutung oder Entzündung. Noch seltener können Strukturen in diesem Bereich verletzt werden. In etwa 15 % der Fälle verliert die Bandscheibe an Elastizität und versteift sich.

Dr. med. Munther Sabarini

Autor
Dr. med.Munther Sabarini
Facharzt für Neurochirurgie

Hans-Heinrich Reichelt

Co-Autor
Hans-Heinrich Reichelt
Chefredakteur Medizin für Menschen

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