Was ist eine Bandscheiben-Zell-Transplantation (Disc Renew)?

Mit der Bandscheibenzüchtung (Disc Renew - DR) steht ein modernes Verfahren bereit, um abgenutztes Gewebe durch vitales, körpereigenes Bandscheibenmaterial zu ersetzen. Mithilfe der Bandscheiben-Zell-Transplantation (DR) kann jetzt das Volumen der Bandscheiben erhalten und ihre Elastizität wieder hergestellt werden durch eine biologische Erneuerung des Bandscheibengewebes.

Sicher, die Bandscheibe ist in ihrer Elastizität und Pufferfunktion einzigartig. Sie hat nur wenige Zellen, und wenn ein Organ wie sie wenig lebende Zellen hat, dann sind auch ihre Selbstheilungskräfte eingeschränkt. Das Gewebe kann sich praktisch nicht von allein erholen - dadurch kann die Bandscheibe dünner und flacher werden und Belastungen kaum noch puffern. Die Zelltransplantation kann dieses Manko ausgleichen, kann den fortschreitenden Abbauprozess der Bandscheibe aufhalten. Bandscheibenzellen, die im menschlichen Körper sehr langsam wachsen, können im Labor schnell wachsen und so tausendfach vermehrt werden. Der Körper nimmt die im Labor gezüchteten Zellen problemlos an, weil sie in ihrer Struktur und Wirkung nicht von den körpereigenen Zellen abweichen.

Wann kommt die Transplantation einer Bandscheibe in Frage?

Der medizinische Begriff Indikation (von lateinisch indicare „anzeigen“, synonym auch Heilanzeige) gibt an, warum eine Behandlungsmaßnahme angemessen ist. Der Begriff findet sich häufig in Zusammenhang mit Operationen, man spricht dann von Operationsindikation. Bei einem Bandscheibenvorfall, einer Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)  der Lendenwirbelsäule oder der Halswirbelsäule, oder Bandscheibenabnutzung oder Verschleiß (Degeneration) oder nach einer Operation am Bandscheibenvorfall (Mikrochirurgie) kann die Bandscheiben-Zell-Transplantation als Haupttherapie oder ergänzende Therapie eine sinnvolle Methode sein.

Operationsverlauf - die Implantation einer Bandscheibe findet in drei Schritten statt

  1. Entnahme von Bandscheibenmaterial: Der Gewinn von Bandscheibenmaterial oder Gewebe erfolgt mittels des perkutanen Verfahrens (perkutane  Nukleotomie) oder mittels der Mikrochirurgie. In der Regel sind diese Verfahren sowieso geplant, um eine Dekompression der Neuralstrukturen zu erreichen. Bei der perkutanen Nukleotomie wird nach lokaler Betäubung unter Durchleuchtung eine Spezialkanüle in das betroffene Lumbale Bandscheibensegment eingeführt. Dieses Verfahren erfolgt bei der Halswirbelsäule unter Vollnarkose (ITN). Eine Spezial-Mikro-Zange oder Spirale wird dann durch die Kanüle eingeführt, wodurch Bandscheibenmaterial entnommen wird. Die Mikrochirurgie erfolgt unter Vollnarkose. Dabei wird über einen kleinen Hautschnitt und mit Hilfe eines Mikroskops die betroffen Stelle erreicht und der Vorfall entfernt, um die Nervenwurzel durch eine Dekompression vom Druck zu befreien. Der Riss des Faserringes wird verschlossen, und zur Vermeidung von Narben wird ein Anti-Narben-Gel um die Neuralstrukturen verabreicht.
     
  2. Zellvermehrung im Labor: In einem Speziallabor isolieren Experten unter höchsten hygienischen Sicherheitsstandards gesunde Zellen aus dem entnommenen Gewebe. Die Zellen werden in einen Behälter gefüllt und mit Serum des Patienten ohne Zugabe von Hormonen kultiviert. Unter bestimmten Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Druck, Sauerstoffzufuhr) vermehren sich die Zellen in einem Inkubator in Millionen. Dieser Prozess dauert in der Regel 4 Wochen.
     

  3. Implantation der gewonnen Zellen: Die Implantation der im Labor gewonnen Zellen findet frühestens in 4 Wochen nach dem ersten Eingriff in die betroffene Bandscheibe statt. Unter lokaler Betäubung wird eine sehr feine Kanüle in die Mitte der betroffenen Bandscheibe unter Durchleuchtung eingeführt. Durch diese  Kanüle werden die Zellen injiziert. Dieser Eingriff dauert einige Minuten. Die Zellen nehmen schon nach einigen Wochen bis Monaten ihre natürliche Stoßdämpferfunktion wieder wahr. In der Folge steigt die Elastizität der Bandscheibe, und ihre Höhe bleibt in der Regel erhalten. Die Gefahr neuer Bandscheibenvorfälle ist dadurch gemindert. Da wir ausschließlich körpereigene Zellen vermehren, treten in der Regel keine allergischen Abstoßungsreaktionen auf.

Am Tag der Operation

Die Implantation der Zellen erfolgt unter 4-5 tägigen stationären Bedingungen. Am Tag des Eingriffs bleiben die Patienten liegen. An diesem Tag erhalten Sie leichte Physiotherapie und selten leichtes Schmerzmittel.  

Die nächsten Tage nach der Operation

Einen Tag nach der Bandscheiben-Zell-Transplantation werden Sie nach einem bestimmten Programm mobilisiert. Dabei muss das Beugen, Verdrehen und  Sitzen vermieden werden. Sie erhalten mehr Physiotherapie und mehr Übungen.

Nach der Entlassung schonen Sie sich etwa 10 Tage, danach können Sie mit Physiotherapie beginnen. Ihre privaten und beruflichen Tätigkeiten können Sie schon in 2 Wochen wieder aufnehmen. Schwimmen können Sie 10 Tage nach der Entlassung, Fahrradfahren in 2 Wochen, Autofahren in 10 Tagen, Fitness 3-4 Wochen, Golf 6-7 Wochen, Tennis 7-8 Wochen, Ski 8-9 Wochen. Fliegen 2 Wochen. Eine MRT zeigt „MRT“-Verbesserungen in etwa 3 Monaten nach diesem Eingriff.

Vorteile/Komplikationen einer Bandscheiben-Zell-Transplantation

Die Bandscheiben-Zell-Transplantation ist eine Investition in Ihre Zukunft.

Sie werden die Vorteile im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib spüren: Die Rückenschmerzen gehen entweder zurück, idealerweise sind Sie sogar schmerzfrei, und die wiedergewonnene Rückenbeweglichkeit wird Sie glücklich machen. Sag dem unbeschwerten Leben: Ich komme! Tatsächlich ist die Rate an Komplikationen durch die ADCT selbst sehr gering. Am Einstichkanal können sich Komplikationen wie Blutung oder Entzündung  zeigen, aber das sind wirkliche Ausnahmen. Und Ihr erfahrener Facharzt wird auch darauf achten, die Nadel so genau wie möglich zu setzen, damit das Risiko, einen Nerv zu treffen, extrem minimal ist.

Dr. med. Munther Sabarini

Autor
Dr. med.Munther Sabarini
Facharzt für Neurochirurgie

Hans-Heinrich Reichelt

Co-Autor
Hans-Heinrich Reichelt
Chefredakteur Medizin für Menschen

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Seit dem Jahr 2000 hat die Avicenna Klinik ihren Sitz in Berlin. Unsere Ärzte haben auf ihrem jeweiligen Gebiet (Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Orthopädie) jeder mindestens 25 Jahre internationale Erfahrung.

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