Was ist ein spinales Meningeom?

Meningeome sind benigne (gutartige) Tumoren, die von den Hirnhäuten (med.: Meningen) ausgehen. Die Hirnhaut liegt wie eine Schutzhülle um unser Rückenmark und das Gehirn. Das spinale Meningeom (syn.: Meningiom, Meningeoma) ist ein in der Regel gutartiger Tumor innerhalb des Spinalkanals. Dieser Tumor entsteht durch die Entartung von Zellen der Arachnoidea (einer Hirnschicht). Bösartige Entartungen sind äußerst selten. Das Meningeom als solches ist keine lebensbedrohliche Erkrankung, aber es ist dennoch nicht zu unterschätzen. Der gutartige Tumor wächst langsam. Aufgrund des schleichenden Wachstums kann er lange unerkannt bleiben und so zu schweren Behinderungen und lebensbedrohlichen Situationen führen. Er kann im Laufe des Wachstums das Rückenmark und die Nervenwurzel komprimieren und auf diese Weise deren Funktion beeinträchtigen. Ausbreiten kann er sich im gesamten Wirbelkanal, der auch Rückenmarkskanal genannt wird.

Meningeome werden klassifiziert in:

  • langsam wachsende (gutartige) Meningeome (WHO-Grad I)

  • zu Rezidiven (erneutem Wachstum) neigende atypische Meningeome (WHO-Grad II)

  • schnell wachsende anaplastische Meningeome (WHO-Grad III)

Wie viele Menschen sind in Deutschland von einem Meningeom betroffen?

In Deutschland sind jährlich etwa 50.000 Menschen von Meningeomen betroffen. Möglicherweise wachsen wesentlich mehr Meningeome, die aber von Statistikern bzw. Wissenschaftlern nicht gezählt werden können, weil sie niemals entdeckt worden sind. Im Schnitt sind mehr Frauen als Männer betroffen (3:2). Am häufigsten erkranken Erwachsene daran, meist um das 45. Lebensjahr, bei Kindern und Jugendlichen kommen sie mit 2 Prozent sehr selten vor. Die meisten der 50.000 Meningeome wachsen im Hirn, Schätzungen zufolge bilden sich zehn Prozent (also 5.000) im Rückenmarkskanal. Bei Meningeomen an der Wirbelsäule sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.

Das sind Ursachen für ein Meningeom

Meningeome entstehen nicht aus der Gehirnsubstanz, sondern entwickeln sich aus den Zellen der Hirnhäute. Es handelt sich bei Meningeomen um Zellwucherungen und unkontrolliertes Mengen- und Größenwachstum von Zellen der Hirnhaut.

Achten Sie auf diese Symptome

Die Beschwerden hängen sehr davon ab, wo genau der Tumor liegt. Es kann Jahre dauern, bis das Meningeom überhaupt Symptome zeigt. Das liegt daran, dass dieser Tumor sehr langsam wächst. Aber spätestens, wenn benachbarte Strukturen wie Nerven oder wichtige Hirnregionen verdrängt werden, treten erste Symptome auf. Meistens leiden die Patienten unter lokalen Schmerzen im Bereich des Tumors. Bei einem Meningeom in der Halswirbelsäule können die Schmerzen in die Arme ausstrahlen, beim Tumor in der Brustwirbelsäule strahlen Schmerzen um den Brustkorb aus, in die Beine (wie Ischias Beschwerden) strahlen Schmerzen aus, wenn sich das Meningeom in der Lendenwirbelsäule etabliert hat. Bei fortschreitenden Kompressionen kann es zu Taubheitsgefühlen, Gangstörungen, Blasenstörung  kommen - im schlimmsten Fall sind neben neurologischen Ausfällen auch Querschnittslähmungen möglich.

Diagnose Meningeom

Um eine exakte Diagnostik zu stellen, braucht es in jedem Fall einen Facharzt (Neurochirurg, Neurologe und/oder Orthopäde).  Bevor Ihr Arzt bildgebende Verfahren anordnet, wird er mit Ihnen das sogenannte Anamnesegespräch führen. Er wird von Ihnen wissen wollen und wissen müssen, welche Beschwerden seit wann und wo auftreten. Ganz sicher fragt er auch nach Grunderkrankungen. Danach entscheidet er sich für eine Computertomographie (CT) oder für eine Magnetresonanztomografie (MRT), um das Meningeom im Spinalkanal zu bestätigen oder auszuschließen. Dank der modernen schnittgebenden Verfahren ist damit eine verbindliche Einordnung des Tumors möglich. Ein Kontrastmittel, das dem Patienten in die Vene gespritzt wird, bringt den Tumor regelrecht zum Leuchten. So ist er  also klar sichtbar - er kann sich nicht verstecken… Je nach Größe und Lage kann das Meningeom dann einfach nur beobachtet oder (bei neurologischen Störungen) entfernt werden.

So behandeln wir in der Avicenna Klinik Meningeome

Die Therapieauswahl hängt von der Größe und Lokalisation des Meningeoms, aber auch von den Beschwerden des Patienten ab. Wenn es zu einer OP kommt, wird sie mikrochirurgisch vorgenommen - bei diesem Eingriff wird in der Regel das spinale Meningeom komplett entfernt. Nach der Entfernung des Tumors sind die Symptome meist sofort verschwunden. In Ausnahmefällen (falls der Tumor nicht komplett entfernt werden konnte), kann es im Nachgang zu einer Strahlentherapie kommen. Falls es nach der Operation erneut zu sensiblen Störungen kommt, bilden sie sich normalerweise innerhalb eines Jahres von allein zurück. Eine Chemotherapie kommt nur dann in Frage, falls das eigentliche gutartige Meningeom im Begriff sein sollte, zu entarten - also dass die Zellen bösartig (maligne) werden. Die Gefahr besteht nur in 1,7 % der Fälle.

Prognose - empfehlenswert sind Kontrolluntersuchungen

Bei gutartigen Meningeomen entspricht eine vollständige OP meist einer Heilung. Dieser Tumor bildet keine Metastasen. Empfehlenswert sind dennoch Kontrolluntersuchungen (MRT, CT) alle sechs bis zwölf Monate. Falls es zu einem Rezidiv (Rückfall) kommen sollte, ist es frühzeitig erkannt und kann problemlos behandelt (meistens noch einmal operiert) werden.

Dr. med. Munther Sabarini

Autor
Dr. med.Munther Sabarini
Facharzt für Neurochirurgie

Hans-Heinrich Reichelt

Co-Autor
Hans-Heinrich Reichelt
Chefredakteur Medizin für Menschen

Avicenna Klinik Berlin hilft Ihnen gern weiter

Seit dem Jahr 2000 hat die Avicenna Klinik ihren Sitz in Berlin. Unsere Ärzte haben auf ihrem jeweiligen Gebiet (Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Orthopädie) jeder mindestens 25 Jahre internationale Erfahrung.

Falls Sie sich mit starken Rückenschmerzen, einem Bandscheibenvorfall oder dem Verdacht auf einen solchen in unserer Klinik vorstellen möchten, nutzen Sie folgenden Kontakt:

Avicenna Klinik
Paulsborner Str. 2
10709 Berlin

Telefon: +49 30 236 08 30
Fax: +49 30 236 08 33 11
E-Mail: info@avicenna-klinik.de

Sie können jederzeit anrufen, eine E-Mail schreiben oder ein Rückrufformular ausfüllen. Jeder Patient bekommt dann einen Termin bei einem Arzt unserer Klinik, der in jedem Fall ein Wirbelsäulenspezialist (Neurochirurg) ist. Anhand von MRT-Bildern (mitgebrachte oder bei uns im Haus erstellte) und einer eingehenden Untersuchung, wird der Arzt mit Ihnen alle verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie oder Operation durchsprechen. Sie können unsere Fachärzte auch nur zum Einholen einer (Zweit-)Meinung in Anspruch nehmen.

Wenn Sie sich entscheiden sollten, Ihre Therapie und/oder Operation bei uns in Berlin durchführen zu lassen, wollen wir Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Dabei erwartet Sie eine hochmoderne Ausstattung in allen Bereichen – vom Operationssaal bis zum Patientenzimmer.

Neueste, schonende, minimalinvasive Behandlungsverfahren sind der Schwerpunkt unserer Klinik. Gemeinsam versuchen wir, eine geeignete Behandlung Ihrer Beschwerden zu finden. Erst nach ausführlichem Patientengespräch, Untersuchung und Diagnostik erfolgt die eigentliche Therapie. Jeder Patient erhält dadurch eine individuell abgestimmte Behandlung.

Ebenso wichtig wie eine optimale medizinische Betreuung, ist für uns die individuelle menschliche Fürsorge. Während Ihres stationären Aufenthalts steht Ihnen daher unser Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem kommunizieren unsere Mitarbeiter in mehreren Sprachen wie Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Russisch, Polnisch, Türkisch, und Französisch. Wir kümmern uns um Ihre Sicherheit, respektieren Ihre Wünsche, Traditionen und Ihre Religion.

Unser Team setzt sich aus einem Pool hochqualifizierter Spezialisten zusammen. Sie arbeiten gemeinsam daran, dass Sie schnell wieder gesund werden.