Meningeome der Wirbelsäule - Symptome, OP, Therapie

Was ist ein spinales Meningeom?

Das spinale Meningeom (auch Meningiom oder Meningeoma genannt) ist ein in der Regel gutartiger Tumor innerhalb des Spinalkanals. Dieser Tumor entsteht durch die Entartung von Zellen der Arachnoidea. Dabei handelt es sich um eine Hirnhaut, die auch Spinngewebshaut genannt wird. Bösartige Entartungen bzw. Tumore sind äußerst selten.

Meningeome im Allgemeinen sind benigne (gutartige) Tumore, die von den Hirnhäuten ausgehen. Die Hirnhäute tragen den medizinischen Begriff Meningen, was auch die Namensgebung der Meningeome erklärt. Die Hirnhaut liegt wie eine Schutzhülle um unser Rückenmark und das Gehirn.

Das Meningeom als solches ist keine lebensbedrohliche Erkrankung, aber es ist dennoch nicht zu unterschätzen. Der gutartige Tumor wächst langsam. Aufgrund des schleichenden Wachstums kann er lange unerkannt bleiben und so zu schweren Behinderungen und lebensbedrohlichen Situationen führen. Er kann im Laufe des Wachstums das Rückenmark und die Nervenwurzel komprimieren und auf diese Weise deren Funktion beeinträchtigen. Ausbreiten kann er sich im gesamten Wirbelkanal, der auch Rückenmarkskanal oder Spinalkanal genannt wird.

Meningeome werden in drei verschiedenen Graden klassifiziert. Diese sind:

  • langsam wachsende (gutartige) Meningeome (WHO-Grad I)

  • zu Rezidiven (erneutem Wachstum) neigende atypische Meningeome (WHO-Grad II)

  • schnell wachsende anaplastische Meningeome (WHO-Grad III)

Wie viele Menschen sind in Deutschland von einem Meningeom betroffen?

In Deutschland sind jährlich etwa 50.000 Menschen von Meningeomen betroffen. Möglicherweise wachsen wesentlich mehr Meningeome, die aber von Statistikern bzw. Wissenschaftlern nicht gezählt werden können, weil sie niemals entdeckt worden sind.

Im Schnitt sind mehr Frauen als Männer betroffen. Auf drei Frauen mit Meningeomen, werden nur zwei Männer gezählt. Am häufigsten erkranken Erwachsene daran, meist um das 45. Lebensjahr. Bei Kindern und Jugendlichen kommen sie mit 2 Prozent sehr selten vor.

Die meisten der 50.000 Meningeome wachsen dabei im Hirn. Schätzungen zufolge bilden sich zehn Prozent (also 5.000) im Spinalkanal, also unweit des Rückenmarks. Bei Meningeomen an der Wirbelsäule sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.

Das sind Ursachen für ein Meningeom

Meningeome entstehen nicht aus der Gehirnsubstanz, sondern entwickeln sich aus den Zellen der Hirnhäute. Es handelt sich bei Meningeomen um Zellwucherungen und unkontrolliertes Mengen- und Größenwachstum von Zellen der Hirnhaut.

Die Symptome eines spinalen Meningeoms

Die Beschwerden und Symptome eines spinalen Meningeoms hängen sehr davon ab, wo genau der Tumor liegt. Es kann Jahre dauern, bis das Meningeom überhaupt Symptome zeigt. Das liegt daran, dass dieser Tumor sehr langsam wächst. Aber spätestens, wenn benachbarte Strukturen wie Nerven oder wichtige Regionen des Gehirns verdrängt werden, treten erste Symptome auf. Spätestens dann sollte eine Lokalisation und Behandlung erfolgen.

Meningeome der Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule

Meistens leiden die Patienten unter lokalen Schmerzen im Bereich des Tumors. Bei einem Meningeom in der Halswirbelsäule (HWS Meningeom) können die Schmerzen in die Arme ausstrahlen, beim Tumor in der Brustwirbelsäule (BWS) strahlen Schmerzen um den Brustkorb aus.

In die Beine (wie Ischias-Beschwerden) strahlen Schmerzen aus, wenn sich das Meningeom in der Lendenwirbelsäule etabliert hat. Bei fortschreitenden Kompressionen kann es zu Taubheitsgefühlen, Gangstörungen, Blasenstörung kommen - im schlimmsten Fall sind neben neurologischen Ausfällen auch Querschnittslähmungen möglich.

Diagnose eines Meningeoms

Um eine exakte Diagnostik zu stellen, braucht es in jedem Fall einen Facharzt (Neurochirurg, Neurologe oder Orthopäde). Bevor Ihr Arzt bildgebende Verfahren anordnet, wird er mit Ihnen das sogenannte Anamnesegespräch führen. Er wird von Ihnen wissen wollen und wissen müssen, welche Beschwerden seit wann und wo auftreten. Ganz sicher fragt er auch nach Grunderkrankungen.

Danach entscheidet der Spezialist sich für eine Computertomographie (CT) oder für eine Magnetresonanztomografie (MRT). Auf diese Weise kann das Meningeom im Spinalkanal entweder bestätigt oder ausgeschlossen werden. Dank der modernen schnittgebenden Verfahren ist damit zudem eine verbindliche Einordnung des Tumors möglich. Ein Kontrastmittel, das dem Patienten in die Vene gespritzt wird, bringt den Tumor an der Wirbelsäule regelrecht zum Leuchten. So ist er also klar sichtbar und kann sich nicht verstecken.

Je nach Größe und Lage kann das Meningeom dann einfach nur beobachtet oder, insbesondere bei neurologischen Störungen, entfernt werden. Eine Entfernung ist somit nicht immer zwingend notwendig.

So behandelt die Avicenna Klinik Meningeome der Wirbelsäule

Die Auswahl der Therapie hängt von der Größe und Lokalisation des Meningeoms, aber auch von den Beschwerden des Patienten bei dieser Erkrankung ab. Wenn es zu einer OP kommt, wird sie mikrochirurgisch vorgenommen. Bei diesem Eingriff wird in der Regel das spinale Meningeom komplett entfernt.

Nach der Entfernung des Tumors sind die Symptome meist sofort verschwunden, ohne dass Nachwirkungen entstehen. In Ausnahmefällen kann es im Nachgang zu einer zusätzlichen Strahlentherapie kommen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das spinale Meningeom aufgrund seiner Position nicht vollständig entfernt werden konnte.

Falls es nach der Tumorentfernung erneut zu sensiblen Störungen als Nachwirkung kommt, bilden sie sich normalerweise innerhalb eines Jahres von allein zurück. Eine Chemotherapie oder Bestrahlung kommt nur dann in Frage, falls das eigentliche gutartige Meningeom im Begriff sein sollte, zu entarten - also dass die Zellen bösartig (maligne) werden. Die Gefahr dieser Diagnose besteht nur in 1,7 % der Fälle.

Prognose zu Meningeomen - Kontrolluntersuchungen

Die Prognose bei der rechtzeitigen Erkennung und Behandlung eines Meningeoms ist gut. Bei gutartigen Meningeomen entspricht eine vollständige OP meist einer Heilung. Dieser Tumor bildet keine Metastasen.

Empfehlenswert sind dennoch Kontrolluntersuchungen (MRT, CT) im Abstand von je sechs bis zwölf Monaten. Falls es zu einem Rezidiv (Rückfall) kommen sollte, ist es frühzeitig erkannt und kann problemlos behandelt werden. In diesem Fall steht meist eine erneute Operation an.

Dr. med. Munther Sabarini

Autor
Dr. med. Munther Sabarini
Facharzt für Neurochirurgie

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Der Artikel wurde zuletzt am 11.03.2022 geprüft und aktualisiert.

Über den Autor

Dr. med. Munther Sabarini ist Direktor und Gründer der Avicenna Klinik. Der Facharzt der Neurochirurgie hat sich insbesondere auf die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert. Dr. Munther Sabarini hat mehr als 30 Jahre Berufserfahrung. In dieser Zeit behandelte er über 30.000 Patienten.

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