Alarmsignal Rückenschmerz

In Deutschland haben statistisch gesehen rund 80 Prozent der Menschen gelegentlich und rund 40 Prozent regelmäßig wiederkehrende Rückenschmerzen. Allein 800.000 Mal jährlich wird die Diagnose Bandscheibenvorfall gestellt, meist bei Patienten im mittleren Alter zwischen 45 und 55 Jahren. Doch die Mehrheit von ihnen kann mit Medikamenten, Physiotherapien oder Infiltrationen erfolgreich behandelt werden. Bei etwa 50.000 der jährlich Betroffenen steht eine Operation an. Dann heißt es meist: Wie finde ich einen guten Arzt, wo eine spezialisierte Klinik? Da unsere Avicenna Klinik eine Berliner Wirbelsäulenklinik ist, wollen wir Ihnen hier einige wichtige Informationen bereit stellen.

Der Bandscheibenvorfall

In der Wirbelsäule sitzen die Bandscheiben wie kleine Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbeln und übernehmen eine Pufferfunktion, indem sie Erschütterungen abfangen. Sie bestehen aus einem weichen Gallertkern und einem äußeren Faserring, der für die nötige Stabilität sorgt. Bei dauerhafter falscher oder zu starker Belastung und altersbedingtem Verschleiß kommt es oft zu einer Bandscheibenvorwölbung. Dabei drückt der Gallertkern den äußeren Faserring gegen das hintere Längsband, welches die Bandscheibe vom Rückenmarkskanal abschirmt.

Nach und nach entstehen kleine Einrisse im äußeren Faserring. Dadurch kann ein Teil des zähflüssigen Bandscheibenkerns aus dem Ring austreten und in den Wirbelkanal gelangen. Wenn diese ausgetretene Gallertmasse dann auf eine Nervenwurzel drückt, kommt es zu massiven Schmerzen, zu Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen.

Letzte Auslöser für solch einen Vorfall sind meist schweres Heben oder ruckartige Drehbewegungen.

Besonders häufig betroffen sind die Bandscheiben im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule (L4/L5) und (L5/S1) sowie im unteren Abschnitt der Halswirbelsäule (C 5/6 und C 6/7), da hier sowohl die Belastung als auch die Beweglichkeit am größten ist. 

Bandscheibenvorfall Röntgenaufnahme vor der OP durch einen Spezialisten

Symptome des Bandscheibenvorfalls

Einige Bandscheibenvorfälle können unbemerkt und symptomfrei verlaufen. Kommt es jedoch zu einer starken Reizung der Rückenmarksnerven treten verschiedene Symptome, je nach Lage des Bandscheibenvorfalls auf.

Bei einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) kommt es meist zu stechenden Schmerzen im unteren Rücken, eine Ausstrahlung über das Bein bis in den Fuß und / oder Taubheitsgefühlen bzw. Empfindungsstörungen, wie Ameisenlaufen und Kribbeln. Echte Lähmungen oder Muskelschwächen in den Beinen sind seltener und weisen auf einen größeren Bandscheibenvorfall hin.

Bei einem den Wirbelkanal großflächig ausfüllenden Bandscheibenvorfall kann es zusätzlich zu Schmerzen, Taubheit und Lähmungen in den Beinen auch zu schweren Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion kommen. Hierbei tritt ein Taubheitsgefühl im Anal- und Genitalbereich, sowie auf der Innenseite der Oberschenkel auf. Bei Lähmungserscheinungen und / oder Blasenentleerungsstörungen muss sofort eine Akutbehandlung vom Arzt in einer Klinik durchgeführt werden!

Der Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule (HWS) geht häufig mit Nackenschmerz einher, der zwischen die Schulterblätter sowie in die Arme ausstrahlt. Zusätzlich kann ein Taubheitsgefühl in Armen und Fingern beginnen. Auch Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Tinnitus, Gleichgewichtsstörungen oder Sehstörungen kommen gelegentlich vor. Eine Muskelschwäche in den Armen weist wiederum auf einen stärkeren Bandscheibenvorfall hin.

Häufig gehen alle Arten von Bandscheibenvorfällen mit Verspannungen, Kraftminderung, Bewegungseinschränkungen und Schlafstörungen einher.

Bandscheibenvorfall Kernspintomographie im MRT in Berlin + Untersuchung von HWS, LWS, C5, C6, C7

Diagnose des Bandscheibenvorfalls

Ein Bandscheibenvorfall kann mit Hilfe bildgebender Verfahren diagnostiziert werden. Meist wird die Magnet-Resonanz-Tomografie – Kernspintomographie (MRT) verwendet. Sie zeigt sowohl alle Details der Bandscheibe als auch Rückenmark und Nervenwurzeln.

Nur ein Facharzt kann feststellen, ob die zu sehenden Veränderungen der Wirbelsäule wirklich die Beschwerden des Patienten erklären können. Oder: oder ob es sich nur um einen Zufallsbefund handelt und die Beschwerden eine andere Ursache haben.

Deshalb wird der Wirbelsäulen-Spezialist trotz vorliegender MRT-Bilder und Befunde immer ein ausführliches Gespräch (Anamnese) mit dem Patienten anstreben und eine körperliche und neurologische Untersuchung durchführen. Berufliche und psychosoziale Umstände werden hier mit in Betracht gezogen.

MRT der Lendenwirbelsäule zeigt einen Bandscheibenvorfall

Therapie bei Bandscheibenvorfall

Nicht immer müssen die Ärzte unserer Spezialklinik in Berlin gleich operieren. Gewöhnlich behandeln wir Bandscheibenvorwölbungen und -vorfälle vor allem mit konservativen Therapien. Wir haben dafür ein großes Portfolio an medikamentösen und physikalischen Methoden. Vielen Patienten können wir zum Beispiel mit Injektionsbehandlungen, CT-gesteuerte PRT (peri-radikuläre-Therapie), Infusionen, Physiotherapien, Massagen, Osteopathie, Strom, Wärme- und Kältetherapien helfen.

Bei den Injektionsbehandlungen spritzen wir schmerz- und entzündungshemmende Medikamente direkt an die betroffenen Nervenwurzeln. Die Injektionen können auch unter Bildwandler, CT oder MRT genauer platziert werden.

Mithilfe von physiotherapeutischen Maßnahmen lernen Sie, Ihren Körper wieder bewusst einzusetzen und zu koordinieren. Besonders wichtig dabei ist der gezielte Muskelaufbau, für eine Stabilisierung der Wirbelsäule.

Erst wenn die konservativen Behandlungen keine ausreichende Wirkung zeigen, oder beim Vorliegen von Lähmungserscheinungen bzw. Blasenentleerungsstörungen, kommen andere, minimalinvasive Methoden zum Einsatz. Diese zählen bereits zu den Bandscheiben OP. 

Die Bandscheiben-Operation

Zur Schrumpfung des störenden Gewebes setzen wir die perkutane Laserdiskusdekompression (PLDD) oder die perkutane Nukleotomie ein.

Perkutane Laser-Diskusdekompression

Die PLDD ist ein schonendes minimalinvasives Verfahren, welches die Beschwerden beseitigt oder deutlich mindern kann. Diese Methode ist vor allem bei Patienten geeignet, bei denen ein mikrochirurgischer Eingriff noch nicht indiziert ist. Hierbei wird von unseren Spezialisten eine Spezialnadel mit Laser-Glasfaser durch Punktion in die Bandscheibe eingeführt. Durch Verdampfung der inneren Teile des Vorfalls kommt es zu einer Volumen- und Druckminderung. Der Patient muss sich hinterher vier Tage schonen und nach zwei bis drei Wochen mit der Krankengymnastik beginnen.

Perkutane Nukleotomie

Die perkutane Nukleotomie eignet sich in erster Linie zur Behebung von Bandscheibenvorwölbungen und leichten bis mittleren Bandscheibenvorfällen. Dabei beseitigt die perkutane Nukleotomie die Ursache der Schmerzen ohne das umgebende Gewebe unnötig zu verletzen. Wir führen lediglich einen Stich an der betreffenden Bandscheibe vor und führen eine feine, sich drehende Spiralnadel ein. Diese entfernt die Gewebeteile, die zwischen den Wirbeln herausragen und auf die Rückenmarksnerven drücken. Dadurch kommt es zur Volumen- bzw. zur Druckreduktion, was letztendlich zu Entlastung der Neuralstrukturen führt. Die perkutane Nukleotomie wird sowohl bei Bandscheibenvorwölbungen (Protrusion) der Lendenwirbelsäule als auch der Halswirbelsäule angewandt.

Mikrochirurgie

Bei starker Nervenkompression wird von unseren Berliner Wirbelsäulenspezialisten die Mikrochirurgie angewandt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Operationsverfahren genügt ein kleiner Schnitt von ein bis drei Zentimetern Länge. Dadurch verringert sich die Gefahr der Narbenbildung deutlich. Unter Vollnarkose führen wir eine Sonde direkt an die betroffene Bandscheibe. Überstehendes Gewebe wird entfernt und die Stelle leicht erweitert. So kann die Entlastung der Nervenwurzel erreicht werden. Der Eingriff ist mit 30 bis 60 Minuten relativ kurz. Bereits nach 6 bis 10 Tagen kann der Patient das Krankenhaus verlassen.

Bandscheibenzüchtung

Mithilfe des Verfahrens der Bandscheibenzelltransplantation (ADCT) kann jetzt erstmals das Volumen der Bandscheiben erhalten und ihre Elastizität wiederhergestellt werden - durch eine biologische Erneuerung des Bandscheibengewebes.

Gesunde Zellen aus dem während einer OP entnommenen Bandscheibengewebe werden in einem Speziallabor isoliert und unter bestimmten Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Sauerstoff, Druck) vermehrt. Einige Wochen später führen wir unter Lokalanästhesie die neu gezüchteten Zellen in den Bandscheibenkern ein. Dadurch nehmen diese schon nach kurzer Zeit wieder ihre Stoßdämpferfunktion wahr.

Somit behandeln wir die tatsächliche Ursache und nicht nur die akuten Symptome. Als erste Klinik in Deutschland und weltweit wenden wir die Methode auch an der Halswirbelsäule an.

Unsere Empfehlung bei einem Bandscheibenvorfall

Treten leichte Rücken- oder Nackenschmerzen für kurze Zeit auf, dann hilft relative Bettruhe mit leichten Bewegungen zu Linderung der Schmerzen nicht selten in Kombination von leichten Schmerzmitteln. Halten die Schmerzen länger an, handelt es sich um stärkere Schmerzen, strahlen die Schmerzen in den Arm oder ins Bein aus oder liegen schon Missempfindungen und eventuell Kraftminderung vor, dann sollte ein Arzt gesucht werden und eine Kernspintomographie (MRT) veranlasst werden. Die Behandlung sollte dann von einem Facharzt für Neurochirurgie oder Orthopädie vorgenommen werden. Auch dann, wenn es nicht um eine Bandscheiben-Operation geht.

Es gibt sehr viele verschieden Arten der Behandlungen. In der Avicenna Privatklinik Berlin erstellt der Arzt für jeden Bandscheibenvorfall und jeden Patienten eine individuelle Therapie. Nur so kann gewährleistet werden, dass Sie nach einem Bandscheibenvorfall wieder schnell gesund werden und schmerzfreie Bewegungsabläufe haben.

Nach einer Behandlung oder Operation müssen Sie sich als Patient langfristig ein rückengerechtes Verhalten in Alltag und Freizeit zulegen und ihre Muskulatur stärken. Damit der Erfolg von Dauer ist!

Avicenna Klinik Berlin hilft Ihnen gern weiter

Seit dem Jahr 2000 hat die Avicenna Klinik ihren Sitz in Berlin. Unsere Ärzte haben auf ihrem jeweiligen Gebiet (Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Anästhesie, Orthopädie) jeder mindestens 25 Jahre internationale Erfahrung.

Falls Sie sich mit starken Rückenschmerzen, einem Bandscheibenvorfall oder dem Verdacht auf einen solchen in unserer Klinik vorstellen möchten, nutzen Sie folgenden Kontakt:

Avicenna Klinik
Paulsborner Str. 2
10709 Berlin

Telefon: +49 30 236 08 30
Fax: +49 30 236 08 33 11
E-Mail: info@avicenna-klinik.de

Sie können jederzeit anrufen, eine E-Mail schreiben oder ein Rückrufformular ausfüllen. Jeder Patient bekommt dann einen Termin bei einem Arzt unserer Klinik, der in jedem Fall ein Wirbelsäulenspezialist (Neurochirurg) ist. Anhand von MRT-Bildern (mitgebrachte oder bei uns im Haus erstellte) und einer eingehenden Untersuchung, wird der Arzt mit Ihnen alle verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie oder Operation durchsprechen. Sie können unsere Fachärzte auch nur zum Einholen einer (Zweit-)Meinung in Anspruch nehmen.

Wenn Sie sich entscheiden sollten, Ihre Therapie und/oder Operation bei uns in Berlin durchführen zu lassen, wollen wir Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. In unserer Klinik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Dabei erwartet Sie eine hochmoderne Ausstattung in allen Bereichen – vom Operationssaal bis zum Patientenzimmer.

Neueste, schonende, minimalinvasive Behandlungsverfahren sind der Schwerpunkt unserer Klinik. Gemeinsam versuchen wir, eine geeignete Behandlung Ihrer Beschwerden zu finden. Erst nach ausführlichem Patientengespräch, Untersuchung und Diagnostik erfolgt die eigentliche Therapie. Jeder Patient erhält dadurch eine individuell abgestimmte Behandlung.

Ebenso wichtig wie eine optimale medizinische Betreuung, ist für uns die individuelle menschliche Fürsorge. Während Ihres stationären Aufenthalts steht Ihnen daher unser Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem kommunizieren unsere Mitarbeiter in mehreren Sprachen wie Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Russisch, Polnisch, Türkisch, und Französisch. Wir kümmern uns um Ihre Sicherheit, respektieren Ihre Wünsche, Traditionen und Ihre Religion.

Unser Team setzt sich aus einem Pool hochqualifizierter Spezialisten zusammen. Sie arbeiten gemeinsam daran, dass Sie schnell wieder gesund werden.