Warum treten die Schmerzen nach einer erfolgreichen Operation wieder auf?

Operation gelungen, aber die Schmerzen kehren nach anfänglicher Linderung wieder zurück. Wie kann das sein? Was ist schief gelaufen bei dem Eingriff?

Nichts ist schief gelaufen bei der Operation. Es ist lediglich die Natur, die manchmal ihre eigenen Gesetze hat. Wir reden von Narbengewebe, von Vernarbungen, von Verwachsungen. Das andere Wort für Verwachsungen heißt Adhäsion. ‚Adhere‘ bedeutet ‚an etwas kleben oder haften.‘ Diese Adhäsionen sind an sich nicht schmerzhaft, aber sie können für jede Form von Schmerzen die Ursache sein. Das unter anderem von Adhäsionen ausgelöste Problem hat einen Namen: Postnukleotomiesyndrom.

So entsteht und wirkt Narbengewebe

Man muss sich das so vorstellen: Tief im OP-Feld um die Nervenwurzel und Hirnhaut (Dura) entstehen solche Adhäsionen. Das kann zum Beispiel nach einer Bandscheiben-OP der Fall sein. Durch das Narbengewebe verschlechtern sich Durchblutung und die Liquorzirkulation. Sie ummauern die Nervenwurzel und halten sie fest. Es folgen Schmerzen, Missempfindungen und sogar motorische Ausfälle. Narbenbildung um die Nerven sind die Hauptursache für Schmerzen nach oder trotz erfolgreichen Operationen an der Wirbelsäule. Tatsächlich sind Adhäsionen am häufigsten die Folge eines chirurgischen Eingriffes. Obwohl der Vorfall entfernt wurde bzw. obwohl der Spinalkanal erweitert wurde klagen die Patienten weiterhin. Das ist letztendlich das Post-Nukleotomie-Syndrom.

Postnukleotomie-Syndrom nach einer Bandscheibenvorfall-Operation

Internationale Studien belegen, dass Verwachsungen nach chirurgischen Eingriffen wie etwa einer Wirbelsäulen-OP häufiger vorkommen, als man glaubt. Das sogenannte Postnukleotomiesyndrom entwickeln etwa 10 Prozent aller Patienten, die sich einer Bandscheibenoperation unterzogen haben. Bei zwei Drittel dieser Betroffenen sind die Ursachen kernspintomographisch sichtbarere Vernarbungen oder Verwachsungen um die Nervenwurzel im Operationsfeld.

Das Anti-Narben-Gel als Barriere gegen Adhäsionen und Narbenbildung

Was kann man tun, um diese erneute Schmerzproblematik zu lösen? Kann man überhaupt etwas tun, oder muss der Patient akzeptieren, dass die Verwachsungen, die rund um die Wirbelsäule oder Bandscheibe entstehen, auf die Nervenstrukturen drücken und Schmerzen und Missempfindungen auslösen?

Ja, man kann etwas tun. Um erneutes Aufflammen von Schmerzen zu verhindern, benutzen wir in der Avicenna Klinik ein sogenanntes Anti-Narben-Gel, das idealerweise bereits die Entstehung von Adhäsionen unmöglich macht. Das Anti-Narben-Gel ist eine sogenannte Adhäsions-Barriere

Und so funktioniert es: Unmittelbar nach dem chirurgischen Eingriff infiltrieren wir über eine sehr feine Kanüle ein klares Anti-Narben-Gel, um das Gewebe mit dem Gel zu ummanteln. Aufgetragen wird das Gel um die Dura und um die Nervenwurzel. Mögliche OPs und Eingriffe sind zum Beispiel die Entfernung eines Bandscheibenvorfalls oder nach Erweiterung des Nervenkanals. Die Auftragung erfolgt noch bevor wir die Wunde schließen. Da die Narbenbildung eigentlich unmittelbar nach der OP beginnt, wirkt die Applikation des Gels sofort. Das Gel ist nicht nur sehr effektiv, sondern auch biologisch abbaubar. Innerhalb weniger Monate löst sich das Gel in dem Bereich auf, in dem sich ohne diese Infiltration mit ziemlicher Sicherheit eine Adhäsion gebildet hätte. 

Ist dieses Gel nun so etwas wie ein Wundermittel? Kein Wundermittel, aber ein sehr wirksames Mittel! Es enthält in jedem Fall Wirkstoffe, wie etwa Calcium, die die normale Wundheilung unterstützen. Mit anderen Worten: Es hilft, eine mechanische Barriere aufzubauen, um sogenannten Entzündungsmediatoren die Grenzen aufzuzeigen. Als Entzündungsmediatoren bezeichnet man körpereigene Stoffe, welche die Entzündungsreaktion eines Gewebes einleiten bzw. unterhalten. Zu den Entzündungsmediatoren gehören niedermolekulare Verbindungen wie Histamin, Serotonin, Prostaglandine und Leukotriene.

Welche Vorteile habe ich? Welche Komplikationen muss ich befürchten?

Komplikationen sind bei der Auftragung von Anti-Narben-Gel nicht bekannt. Die Vorteile bei dieser Art der Vorbeugung von Narbengewebe jedoch umso mehr. Sie werden nicht nur individuell als Erfahrungen empfunden: Es gibt auch internationale Patienten-Untersuchungen, die diese Vorteile bestätigen.

Es gab zwei Gruppen von Patienten - die eine Gruppe wurde mit dem Anti-Narben-Gel behandelt, die andere nicht. Während 30 Prozent der unbehandelten Patienten sechs Monate nach der erfolgreichen Operation über Schmerzen klagten, die kaum minder gering waren als vor dem Eingriff, bestätigte die mit Anti-Narben-Gel behandelte Gruppe Schmerzarmut bis Schmerzfreiheit, keine Taubheit und keine Missempfindung. Auf Fragebögen hatten alle Patienten zum Thema ‚Lebensqualität nach der OP‘ ihre Antworten abgegeben.

Dr. med. Munther Sabarini

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Dr. med. Munther Sabarini
Facharzt für Neurochirurgie

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Der Artikel wurde zuletzt am 28.12.2021 geprüft und aktualisiert.

Über den Autor

Dr. med. Munther Sabarini ist Direktor und Gründer der Avicenna Klinik. Der Facharzt der Neurochirurgie hat sich insbesondere auf die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert. Dr. Munther Sabarini hat mehr als 30 Jahre Berufserfahrung. In dieser Zeit behandelte er über 30.000 Patienten.

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